Viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend. Das Pferd wirkt vielleicht etwas steifer, reagiert empfindlicher beim Putzen oder zeigt Veränderungen im Verhalten. Oft sind es nur kleine Hinweise, die leicht übersehen werden. Genau hier beginnt für mich die eigentliche Diagnostik. Denn der Körper gibt uns viele Signale – man muss nur lernen, sie richtig zu lesen.
Eine Methode, die ich seit vielen Jahren in meiner täglichen Arbeit nutze, ist die Shu-Punkt-Diagnostik aus der Traditionellen Chinesischen Medizin für Tiere (TCVM). Sie ermöglicht es, Zusammenhänge zu erkennen, die auf den ersten Blick häufig verborgen bleiben. Dabei geht es nicht nur um einzelne Organe, sondern um den gesamten Organfunktionskreis, die Meridiane und das energetische Gleichgewicht des Pferdes.
Inhalte
Was sind Shu-Punkte?
Die Shu-Punkte – auch Zustimmungspunkte genannt – liegen entlang des inneren Astes des Blasenmeridians. Sie verlaufen etwa eine Handbreit neben der Wirbelsäule über den gesamten Rücken des Pferdes. Jeder einzelne Punkt steht in Verbindung mit einem bestimmten Organfunktionskreis.
So befindet sich beispielsweise Blase 13 in Resonanz mit der Lunge, Blase 15 mit dem Herzen. Weitere Shu-Punkte sind unter anderem Leber, Milz, Niere oder Magen zugeordnet.
Diese Punkte sind für mich weit mehr als einfache Akupunkturpunkte. Sie liefern wertvolle Informationen darüber, wo der Organismus Unterstützung benötigt.
Die Palpation – der erste Schritt der Diagnostik
In der Praxis untersuche ich die Shu-Punkte zunächst durch eine sorgfältige Palpation. Dabei taste ich jeden einzelnen Punkt mit gezieltem Druck ab und beobachte sehr genau, wie das Pferd reagiert.
Zeigt ein Punkt eine deutliche Schmerzreaktion oder eine erhöhte Spannung, liefert mir das einen wichtigen diagnostischen Hinweis. Denn an diesen Bereichen treten die entsprechenden Spinalnerven aus der Wirbelsäule aus und stehen in enger Verbindung zum jeweiligen Organfunktionskreis.
Die Shu-Punkt-Diagnostik ersetzt selbstverständlich keine tierärztliche Untersuchung. Sie ergänzt jedoch die ganzheitliche Betrachtung des Pferdes und hilft dabei, funktionelle Zusammenhänge besser einzuordnen.
Mehr als nur Organe
Ein großer Unterschied zwischen der westlichen Medizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin besteht darin, dass die Organfunktionskreise deutlich umfassender betrachtet werden.
Reagiert beispielsweise der Shu-Punkt der Lunge, denke ich nicht ausschließlich an Atemwege oder Lunge als Organ. In der TCM gehört zum Funktionskreis Lunge unter anderem auch die Haut, die Immunabwehr sowie die Emotionen Trauer und Kummer.
Ebenso verhält es sich mit dem Herzen. Reagiert Blase 15, können natürlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen. Gleichzeitig gehört zum Herz-Funktionskreis aber auch die emotionale Ebene.
Ein Pferd, das ungewöhnlich nervös ist, sehr schreckhaft reagiert oder sich kaum noch regulieren kann, zeigt möglicherweise ebenfalls Hinweise innerhalb dieses Funktionskreises. Natürlich müssen solche Veränderungen immer im Gesamtkontext betrachtet und gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.
Auch Meridiane spielen eine wichtige Rolle
Die Shu-Punkte geben nicht nur Hinweise auf Organe, sondern auch auf den Verlauf der entsprechenden Meridiane.
Reagiert beispielsweise der Shu-Punkt der Lunge, überprüfe ich zusätzlich den Verlauf des Lungenmeridians an der Vordergliedmaße. Dadurch entstehen häufig interessante Zusammenhänge.
Zeigt ein Pferd beispielsweise Probleme im Bereich des Karpalgelenks, Sehnenbeschwerden oder andere Auffälligkeiten an der Vordergliedmaße, kann sich dies ebenfalls über den entsprechenden Shu-Punkt bemerkbar machen.
Dadurch entsteht ein wesentlich umfassenderes Bild, als wenn ausschließlich die schmerzhafte Stelle behandelt wird.
Der Einfluss des Sattels
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Sattel.
Nicht selten stelle ich fest, dass bestimmte Shu-Punkte stark reagieren, weil der Sattel dauerhaft Druck auf einzelne Rückenbereiche ausübt.
Dabei entsteht zunächst eine muskuläre Überlastung. Bleibt dieser Druck über längere Zeit bestehen, kann sich dies auf den gesamten Organfunktionskreis auswirken.
Deshalb gehört für mich die Kontrolle der Sattellage immer zur ganzheitlichen Untersuchung dazu.
Wird lediglich der Sattel angepasst, ist das zwar ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig benötigt aber häufig auch das Pferd selbst eine gezielte therapeutische Unterstützung, damit sich Muskulatur und Gewebe wieder normalisieren können.
Die Behandlung der Shu-Punkte
Je nach Befund stehen verschiedene therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung.
In der klassischen Akupunktur können die Shu-Punkte direkt behandelt werden. Zusätzlich werden passende Organpunkte sowie Meridianpunkte ausgewählt, um den gesamten Funktionskreis zu unterstützen.
Dadurch entsteht eine individuell auf das Pferd abgestimmte Behandlung.
Doch in den vergangenen Jahren hat sich meine Diagnostik noch einmal deutlich weiterentwickelt.
Warum die kontrollierte Laserakupunktur für mich ein echter Gamechanger ist
Die klassische Shu-Punkt-Diagnostik liefert bereits sehr viele Informationen.
Mit der kontrollierten Laserakupunktur kann ich diese Diagnostik jedoch noch wesentlich verfeinern.
Hierbei arbeite ich mit ausgewählten Frequenzen und nutze den sogenannten RAC – den Reflex Auriculo Cardiaque. Über diesen Pulsreflex lässt sich erkennen, welche Reize das Energiesystem des Pferdes beantwortet.
Während ich die Shu-Punkte mit unterschiedlichen Frequenzen überprüfe, erhalte ich zusätzliche Hinweise darauf, welche Ursache hinter einer Störung stehen könnte.
Je nach Reaktion lassen sich beispielsweise Hinweise auf entzündliche Prozesse, funktionelle Störungen, Wirbelblockaden oder Veränderungen im Meridianverlauf erkennen.
Dadurch kann die anschließende Therapie noch gezielter geplant werden.
Ursachen erkennen statt nur Symptome behandeln
Genau das ist für mich der entscheidende Unterschied.
Natürlich ist es wichtig, Schmerzen zu lindern und das Pferd schnell zu entlasten. Doch langfristig reicht es häufig nicht aus, ausschließlich Symptome zu behandeln.
Mich interessiert immer die eigentliche Ursache.
Warum reagiert genau dieser Shu-Punkt?
Welcher Organfunktionskreis steht dahinter?
Spielt der Meridian eine Rolle?
Liegt die Ursache vielleicht im Rücken, im Bewegungsapparat oder in einer anderen funktionellen Belastung?
Erst wenn diese Zusammenhänge erkannt werden, kann eine Therapie individuell aufgebaut werden.
Ganzheitliche Diagnostik bedeutet genau hinzusehen
Die Shu-Punkt-Diagnostik zeigt eindrucksvoll, wie eng der gesamte Organismus miteinander verbunden ist.
Organe, Meridiane, Bewegungsapparat, Muskulatur und energetische Prozesse beeinflussen sich gegenseitig. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern den gesamten Körper als Einheit zu verstehen.
Für mich gehört diese Denkweise seit vielen Jahren selbstverständlich zur täglichen Arbeit.
Je genauer ich den Ursachen auf den Grund gehen kann, desto gezielter lässt sich anschließend ein individuelles Therapiekonzept entwickeln.
Die Shu-Punkt-Diagnostik in der Praxis erleben
Manchmal sagt ein Video mehr als viele Worte. Deshalb habe ich die Shu-Punkt-Diagnostik direkt am Pferd für Dich aufgezeichnet.
In diesem Video zeige ich Dir unter anderem:
- wo sich die wichtigsten Shu-Punkte befinden,
- wie ich die Punkte in der Praxis palpiere,
- welche Rückschlüsse ich aus den Reaktionen ziehe,
- warum Organe, Meridiane und Emotionen in der Traditionellen Chinesischen Medizin eng miteinander verbunden sind,
- und weshalb die kontrollierte Laserakupunktur meine Diagnostik noch einmal auf ein neues Niveau gebracht hat.
So bekommst Du einen praktischen Einblick, wie ich bei einem Pferd vorgehe und welche Überlegungen hinter meiner Diagnostik stehen.
Hier kannst Du Dir das Video ansehen:
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Mehr InformationenFazit
Die Shu-Punkt-Diagnostik ist eine wertvolle Methode innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin, um funktionelle Zusammenhänge beim Pferd besser zu verstehen. Durch die Kombination aus Palpation, Meridianwissen und moderner kontrollierter Laserakupunktur lassen sich diagnostische Hinweise gewinnen, die die ganzheitliche Betrachtung sinnvoll ergänzen können.
Genau dieses Wissen vermittle ich ausführlich in meiner Online-Ausbildung „Lasertherapie & kontrollierte Laserakupunktur für Tiere“. Dort lernst Du Schritt für Schritt, wie Du Shu-Punkte sicher untersuchst, den RAC in Deine Diagnostik integrierst und individuelle Therapiekonzepte entwickelst.
Die nächste Ausbildungsrunde startet am 01. September. Wenn Du tiefer in die faszinierende Welt der Lasertherapie und der kontrollierten Laserakupunktur eintauchen möchtest – ganz gleich, ob Du bereits therapeutisch arbeitest oder Dein Wissen für Deine eigenen Tiere erweitern möchtest – findest Du auf meiner Internetseite alle Informationen zur Ausbildung. Dort kannst Du auch unverbindlich eine Probelektion anfordern und Dir einen ersten Eindruck von den Ausbildungsinhalten verschaffen.
Ich freue mich darauf, Dich vielleicht schon bald in der neuen Ausbildungsrunde begrüßen zu dürfen.
Mehr erfahren:
Tina Doxtader
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