Hast Du schonmal erlebt, wie ein kleiner Fingerabdruck alles verändert?
Vielleicht kennst Du diesen Moment: Du arbeitest an einem Tier – sei es Dein eigenes oder ein Patientenhund oder -pferd, und plötzlich reagiert es ganz stark auf eine bestimmte Stelle. Eine winzige Delle unterhalb des Kieferwinkels, da wo das Gewebe weich nachgibt und eine Spannung verborgen liegt, die Du vorher nicht vermutet hättest.
Dünndarm 17 ist genau so ein Punkt. Unscheinbar, kaum bekannt – aber voller Informationen und therapeutischer Möglichkeiten.
Inhalte
Wo genau liegt Dünndarm 17 bei Hund und Pferd?
Dünndarm 17 ist einer dieser Punkte, die Du zwar nicht sofort findest – aber wenn Du ihn einmal gespürt hast, wirst Du ihn nie wieder vergessen.
👉 Beim Hund tastest Du unterhalb des Unterkieferwinkels. Du gehst mit dem Finger dorthin, wo der Unterkiefer in die Halsseite übergeht. Es fühlt sich an wie eine kleine Delle – eine Stelle, an der man regelrecht „hineinfällt“, weil das Gewebe hier weicher wird.
👉 Beim Pferd liegt der Punkt an der Verbindungslinie zwischen dem Unterkieferast und dem ersten Halswirbel (Atlas). Auch hier findet sich eine markante Kuhle im Muskelgewebe. Wenn Du sanft hineinpalpierst, spürst Du sofort: Hier ist etwas los – oder eben nicht.
Diese Kreuzung aus Unterkiefer und Atlas dient als Orientierung. Wenn Du zwei gedachte Linien ziehst – eine entlang des Kieferwinkels und eine entlang des Atlas – dann liegt der Punkt exakt an der Schnittstelle.
Was verrät Dir dieser Punkt?
Dünndarm 17 ist ein diagnostischer Punkt. Er gehört zu den sogenannten Untersuchungspunkten, die wir in der TCVM nutzen, um den Verlauf eines Meridians zu überprüfen. Durch einfaches Abdrücken lässt sich herausfinden, ob eine Blockade, Stagnation oder Schmerz vorliegt – und oft spiegelt er uns dabei viel mehr als nur ein lokales Geschehen.
Diese Hinweise bekommst Du durch die Palpation von Dünndarm 17:
Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich
Verspannungen entlang der Halswirbelsäule
Beteiligung von faszialen Strukturen und tieferliegenden Gewebeschichten
Hinweise auf Qi-Stagnation im Dünndarm-Meridian
Reaktionen bei Husten, Würgen, Aufstoßen oder Übelkeit
Dysbalancen im emotionalen Ausdruck (Zorn, Verwirrung, Nervosität)
Welche Symptome sprechen für eine Störung auf diesem Punkt?
Dünndarm 17 ist nicht nur ein stiller Beobachter – er ist aktiver Spiegel vielfältiger Prozesse im Körper. Viele Symptome, die auf den ersten Blick nichts mit dem Hals zu tun haben, sind in Wahrheit über den Dünndarmmeridian energetisch verknüpft.
Hier einige klassische Anwendungsbereiche für Hund & Pferd:
🧠 Neurologisch & muskulär
Facialisparese (Gesichtsnervenlähmung)
Muskelverhärtungen im Kaumuskelbereich
Kiefergelenkserkrankungen (z. B. Trismus)
Schmerzbedingte Kopfschiefhaltung oder Zähneknirschen
🦴 Orthopädisch
Fesselträgerproblematik (häufig sekundär durch HWS-Blockaden!)
Sehnenprobleme der Vordergliedmaße
Schulter- und Ellbogenschmerzen
🫁 Respiratorisch
Chronischer Husten
Würgereiz, Räuspern, Luftnot
🧬 Lymphatisch & entzündlich
Geschwollene Ohrspeicheldrüsen
Reaktive Lymphknoten im Halsbereich
Mandelentzündung
Ohrenprobleme, auch mit Flüssigkeit oder Juckreiz
🥴 Verdauungstrakt & Qi-Fluss
Aufstoßen, Erbrechen, Reflux
Übelkeit oder unklarer Appetitverlust
Rebellierendes Qi, das „nach oben steigt“
Wie behandelst Du Dünndarm 17 therapeutisch?
Wenn dieser Punkt druckempfindlich ist, solltest Du ihn nicht ignorieren – sondern gezielt einsetzen, um den Fluss zu harmonisieren:
💡 Möglichkeiten der Behandlung:
Laserakupunktur: Besonders bei schmerzhaften Reaktionen sehr schonend. Punktuell bestrahlen.
Akupunktur mit Nadel: Wenn das Tier ruhig bleibt, kann der Punkt hervorragend genadelt werden. Wirkung: entstauend, entzündungshemmend, schmerzlindernd.
Moxibustion: Bei chronischer Kälte, tiefer Verspannung oder als Stärkung des lokalen Gewebes.
Akupressur: Für empfindliche Tiere oder zur Selbstbehandlung – sanft mit kreisenden Bewegungen oder punktuellem Druck.
Wichtig:
Dünndarm 17 liegt sehr nahe an empfindlichen Strukturen. Bitte niemals ruckartig oder mit Gewalt arbeiten. Der Punkt reagiert sehr subtil – ein klarer Fall von: Weniger ist mehr.
Persönliche Fälle aus meiner Praxis
Ich habe im Laufe der Jahre unzählige Tiere über diesen Punkt diagnostiziert – und einige meiner eindrücklichsten Behandlungserfolge haben mit Dünndarm 17 begonnen.
🐴 Fall: Fesselträgerschaden durch HWS-Verspannung
Ein 10-jähriger Wallach mit chronischem Fesselträgerschaden vorne links kam zu mir. Orthopädisch wurde alles abgeklärt, doch die Ursache blieb diffus. Beim Abdrücken von Dünndarm 17 zuckte er sofort zurück. Weitere Punkte entlang der HWS zeigten ebenfalls Blockaden. Nach drei Sitzungen mit Laserakupunktur begann sich die Sehne zu regenerieren – und die Lahmheit verschwand.
🐶 Fall: Labrador mit chronischem Reflux & Würgen
Ein älterer Rüde, der nach jeder Mahlzeit würgte und nachts unruhig wurde. Schulmedizinisch alles unauffällig. Dünndarm 17 war extrem druckempfindlich. Ich behandelte mit Laser, zusätzlich bekam er Kräuter zur Harmonisierung des Dünndarm-Qi. Nach zwei Wochen keine Reflux-Symptome mehr – der Hund konnte endlich wieder ruhig schlafen.
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So integrierst Du Dünndarm 17 in Deine TCVM-Diagnostik
Dünndarm 17 ist mehr als nur ein lokaler Punkt. Er ist ein Fenster zum Inneren Deines Tieres – besonders dann, wenn die Symptome diffus sind, sich kein klares Bild ergibt oder wenn Du den Verdacht hast: Hier steckt noch etwas Tieferes dahinter.
Verwende ihn als Teil Deines Untersuchungsgangs – z. B. in Kombination mit:
Lunge 1 (für Atemwegsdiagnostik)
Magen 6 + 7 (Kaumuskulatur, Kiefergelenk)
Blase 10 (craniozervikale Spannung)
Du Mai / Lenkergefäß zur Regulation der Statik
Mein YouTube-Video zum Beitrag
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