Wenn Sehnen schmerzen, das Gewebe staut, die Bewegung eingeschränkt ist – dann ist das für Pferd oder Hund nicht nur unangenehm, sondern oft auch langwierig in der Behandlung. Du kennst das: Kühlung, Ruhe, Bandagen, vielleicht auch Medikamente – und doch bleibt diese zähe Schwellung. Diese Spannung, die Du fast mit den Händen greifen kannst.
Und genau hier, in diesen festgefahrenen Situationen, nutze ich seit Jahren einen Punkt, der viel zu oft übersehen wird – Ming Tang. Er ist kein „Geheimtipp“, sondern in der Traditionellen Chinesischen Medizin für Tiere ein ganz zentraler Behandlungsbereich – gerade bei Tendinitis, Arthritis, Schwellungen oder Verletzungen.
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Der Punkt zwischen den Knochen – und doch so viel mehr
Ming Tang liegt an einer Stelle, die Du leicht findest: in der Rinne zwischen den Sesambeinen. Es ist ein kleiner Spalt, scheinbar unbedeutend – und doch voller Potenzial. In diesem Bereich verlaufen nicht nur wichtige Faszien, sondern auch ein feines Lymphgefäß.
Gerade diese Verbindung ist so faszinierend: Denn sie zeigt, wie genial die alten Chinesen schon gearbeitet haben. Die Lymphbahn verläuft exakt dort, wo auch die Meridiane der TCM entlangführen – das bedeutet, dass wir durch diesen Punkt nicht nur das Gewebe, sondern den gesamten Energiefluss beeinflussen können.
Und wir sprechen hier nicht über irgendeine Körperregion. Die Faszien rund ums Fesselgelenk, vor allem die Palmar- oder Plantarfaszie, spielen eine zentrale Rolle bei der Beweglichkeit. Wenn hier Spannung ist, verklebt das Gewebe. Wenn hier Stau entsteht, entstehen Schmerzen – und Einschränkungen in der Funktion.
Warum Ming Tang gerade bei Tendinitis so hilfreich ist
Was diesen Punkt so besonders macht: Mit der richtigen Technik setzt Du genau dort an, wo das Gewebe Hilfe braucht. Du bringst den Lymphfluss in Gang, verbesserst die Durchblutung, löst Spannungen – und schickst den Körper gezielt in den Reparaturmodus.
Ein kleiner, gezielter Reiz – sei es durch eine Akupunkturnadel, den Laser oder sogar sanfte Akupressur – reicht oft schon, um eine sogenannte Mikroentzündung auszulösen. Eine kontrollierte Reaktion, bei der der Körper ganz bewusst Energie, Blut, Lymphe und Heilung in diesen Bereich schickt.
Das bedeutet in der Praxis: Das Gewebe lockert sich, Verklebungen lösen sich, der Druck im Bereich der Sehne nimmt ab – und die Heilung kommt in Schwung. Besonders spannend wird es, wenn die Sehnenentzündung schon länger besteht und nichts so richtig hilft. Dann ist Ming Tang oft der kleine Impuls, der alles in Bewegung setzt.
Auch bei Hufrehe, Arthritis, Schwellung & Verletzung einsetzbar
Ming Tang wirkt nicht nur bei Sehnenproblemen. Auch bei Hufrehe – wo Hitze, Stauung und Schmerz oft massiv auftreten – ist er hervorragend geeignet, um über die Lymphe Entlastung zu schaffen. Ich habe viele Pferde begleitet, bei denen allein durch diese lokale Arbeit eine deutliche Verbesserung der Symptomatik erreicht wurde.
Bei Arthritis, also chronischer Gelenkentzündung, nutze ich Ming Tang regelmäßig, um das umliegende Gewebe geschmeidiger zu machen und die Gelenkbewegung zu erleichtern. Und auch bei frischen Verletzungen oder Schwellungen kannst Du den Punkt einsetzen, um schneller wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Besonders schön ist: Du findest Ming Tang nicht nur an den Hinterbeinen, sondern auch vorne. Auch dort kannst Du über die Faszie arbeiten, das Fesselgelenk entlasten und die Griffelbeine „freimachen“, wie ich es gerne nenne. Und glaub mir – das macht sich in der Bewegung sofort bemerkbar.
Bluten lassen – ein altes Verfahren mit erstaunlicher Wirkung
Vielleicht hast Du schon mal davon gehört, dass in der chinesischen Medizin das sogenannte „Bluten lassen“ eingesetzt wird. Und ja – auch das gehört bei Ming Tang dazu, besonders bei akuter Hitze und starker Entzündung.
Dabei geht es nicht um große Blutmengen. Sondern um einen gezielten Reiz. Eine kleine Vene wird angeritzt, dunkles venöses Blut tritt aus – genau die Stauung, die wir loswerden wollen. Diese Technik leitet pathogene Faktoren ab, senkt die Entzündung und verschafft dem Gewebe Luft zum Atmen.
Ich nutze diese Methode bei besonders starken Schwellungen oder wenn ich das Gefühl habe, dass das Gewebe „kocht“. Und jedes Mal bin ich erstaunt, wie schnell sich die Situation danach verbessert.
So wendest Du Ming Tang praktisch an – mit Nadel oder Laser
Wenn Du den Punkt mit der Nadel bearbeiten willst, dann achte darauf, nicht senkrecht zu stechen, sondern schräg. Ich persönlich setze die Nadel gerne von oben nach unten, im leichten Winkel entlang der Fesselrichtung. Das fühlt sich für mich anatomisch harmonischer an – gerade, wenn das Pferd sich bewegt.
Aber auch von unten nach oben ist möglich – entscheidend ist Dein Gefühl für die Tiefe und Richtung. Es geht darum, das Gewebe zu stimulieren, nicht zu reizen. Eine ruhige, sichere Hand ist hier wichtiger als Kraft.
Wenn Du lieber mit dem Laser arbeitest – oder ergänzend zur Nadel – empfehle ich Dir die Arbeit mit den Nogier-Frequenzen. Sie haben sich in meiner Praxis bewährt und lassen sich wunderbar auf die jeweilige Problematik abstimmen:
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Nogier A zur Entzündungshemmung
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Nogier B zur besseren Durchblutung
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Nogier C zum Lösen von Faszien
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Nogier D zur Lymphaktivierung
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Nogier E zur Schmerzlinderung bei stechenden Schmerzen
Du kannst die Frequenzen je nach Ziel kombinieren oder einzeln einsetzen. Wenn Du z. B. eine alte Sehnenverletzung mit Schwellung behandelst, wäre C + D eine gute Kombination. Bei einer frischen Rehe A + D. Du siehst: Die Möglichkeiten sind vielfältig – und wirkungsvoll.
Sanft, tief, ganzheitlich – mein persönliches Fazit
Ich arbeite nun seit vielen Jahren mit Pferden und Hunden in unterschiedlichsten Situationen. Was ich immer wieder beobachte: Ming Tang entfaltet seine Wirkung nicht laut – sondern leise, aber tief. Es ist kein Punkt, der spektakulär klingt oder im ersten Moment im Fokus steht. Aber er ist in so vielen chronischen, stagnierenden Fällen der entscheidende Schlüssel.
Ich erinnere mich an ein Fohlen mit einer beginnenden Sehnenproblematik – klassisch behandelt, aber ohne richtigen Fortschritt. Erst als wir Ming Tang nadelten und mit Laser begleiteten, kam die Lösung: die Schwellung nahm ab, das Gangbild verbesserte sich, das Gewebe wurde weich.
Oder ein älteres Pferd mit chronischer Tendinitis – bereits aufgegeben von mehreren Tierärzten. Mit gezielter Ming Tang-Therapie, kombiniert mit Bewegungstraining und Faszienarbeit, haben wir es zurück in einen schmerzfreien Zustand gebracht.
Ming Tang ist kein Wundermittel. Aber ein Werkzeug, das – richtig angewandt – unglaublich kraftvoll ist.
So setzt Du Ming Tang gezielt in der Praxis ein
In diesem Video zeige ich Dir, wie Du den Akupunkturpunkt Ming Tang gezielt bei Sehnenentzündungen, Schwellungen und Verklebungen einsetzt. Du erfährst, worauf Du bei der Anwendung achten solltest – ob mit Nadel, Laser oder Akupressur – und wie Du dadurch Heilungsprozesse effektiv unterstützen kannst.
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