Online lernen ist wunderbar. Du kannst Dir die Inhalte flexibel einteilen, Unterrichtseinheiten wiederholen und in Deinem eigenen Tempo arbeiten. Doch irgendwann kommt der Moment, an dem das Gelernte nicht mehr nur auf dem Bildschirm stattfinden soll. Irgendwann möchtest Du die Punkte am echten Tier finden, Pulsqualitäten fühlen, Zungen betrachten und erleben, wie sich die Theorie plötzlich zu einem großen Ganzen zusammensetzt.
Genau dafür gibt es die Praxistage meiner Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin für Tiere.
Viele Interessenten fragen mich immer wieder, wie diese Praxistage eigentlich ablaufen. Wie wird gearbeitet? Was lernen die Schülerinnen dort? Wie viel Unterstützung bekommen sie? Und wie fühlt es sich an, plötzlich vor einem echten Pferd oder Hund zu stehen und das Wissen aus den Unterrichtsvideos praktisch anzuwenden?
Deshalb möchte ich Dir heute einmal einen ganz persönlichen Einblick geben.
Inhalte
Warum Praxistage so wichtig sind
Die Online-Ausbildung vermittelt die theoretischen Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin für Tiere. Die Schülerinnen lernen die Meridiane kennen, beschäftigen sich mit den Organfunktionskreisen, erarbeiten sich die Diagnostik und lernen die wichtigsten Akupunkturpunkte sowie deren Bedeutung.
Doch Theorie allein reicht nicht aus.
Einen Punkt auf einer Zeichnung zu sehen und ihn anschließend an einem lebenden Pferd zu finden, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Gerade am Anfang entstehen viele Fragen:
- Wo genau liegt dieser Punkt?
- Welche anatomischen Strukturen dienen als Orientierung?
- Wie fühlt sich der Bereich unter den Fingern an?
- Wo beginnt und endet der Meridian tatsächlich?
- Wie erkenne ich Veränderungen am Tier?
Diese Sicherheit entsteht durch praktisches Üben.
Genau deshalb kommen meine Schülerinnen regelmäßig zu den Praxistagen. Dort wird das Wissen nicht nur wiederholt, sondern direkt am Tier umgesetzt und gefestigt.
Lernen am echten Patienten
Ein Aspekt, der mir besonders wichtig ist: Wir arbeiten nicht an „Vorführpferden“, die nur für Demonstrationszwecke bereitstehen.
Die Tiere, die wir während der Praxistage untersuchen und behandeln, bringen echte Themen mit.
Dadurch entsteht eine völlig andere Lernatmosphäre.
Die Schülerinnen lernen nicht nur einzelne Punkte zu lokalisieren, sondern beschäftigen sich gleichzeitig mit realen Fragestellungen aus der Praxis.
Sie lernen Zusammenhänge zu erkennen.
Sie lernen, Beobachtungen einzuordnen.
Und sie erleben, wie die verschiedenen Bausteine der TCVM ineinandergreifen.
Während wir üben, arbeiten wir immer mit dem Wissensstand der jeweiligen Gruppe. Niemand wird überfordert. Gleichzeitig versuchen wir jedoch immer, möglichst viele praktische Erfahrungen mitzunehmen.
Ein Praxistag am Pferd
Unsere Praxistage finden auf einem Hof in der Region rund um Bremerhaven statt.
Jeder Praxistag bringt seine eigenen Geschichten mit sich.
An einem der letzten Termine hatten wir beispielsweise einen ausgesprochen windigen Tag. Wer hier oben an der Küste lebt, weiß: Wind gehört dazu. Dennoch war es an diesem Tag selbst für norddeutsche Verhältnisse beeindruckend.
Draußen zu arbeiten war schlichtweg nicht möglich.
Deshalb haben wir uns kurzerhand in den Stall zurückgezogen und dort unseren Unterricht fortgesetzt.
Das ist etwas, was ich an diesen Tagen besonders mag.
Man plant vieles – und trotzdem entwickelt jeder Praxistag seine eigene Dynamik.
Die Auswahl der Pferde
Bei der Auswahl der Pferde lege ich großen Wert auf Sicherheit.
Die meisten Teilnehmerinnen kommen zu den Praxistagen, um ihre ersten praktischen Erfahrungen zu sammeln. Deshalb suche ich bewusst sehr brave und verlässliche Pferde aus.
Die Tiere sollen den Schülerinnen ermöglichen, in Ruhe zu lernen.
Sie sollen sich auf die Punktsuche konzentrieren können.
Sie sollen Fragen stellen können.
Sie sollen Fehler machen dürfen.
All das funktioniert nur dann wirklich gut, wenn die Pferde entspannt und gelassen mitarbeiten.
Deshalb investiere ich viel Zeit in die Auswahl geeigneter Tiere.
Lernen am Sommerexzemer
An diesem Praxistag hatten wir unter anderem eine Stute mit Sommerexzem vor Ort.
Solche Fälle sind für die Ausbildung besonders wertvoll.
Plötzlich geht es nicht mehr nur um die Theorie eines Meridians oder die Lage eines Akupunkturpunktes.
Die Schülerinnen lernen gleichzeitig:
- klinische Auffälligkeiten zu erkennen
- Beobachtungen zu dokumentieren
- Zusammenhänge herzustellen
- therapeutische Überlegungen anzustellen
- Behandlungsmöglichkeiten zu diskutieren
Dadurch wird aus Unterricht echte Praxis.
Arbeiten in kleinen Gruppen
An diesem Wochenende waren zehn wundervolle Frauen vor Ort.
Ich halte die Gruppen bewusst überschaubar.
Gerade bei praktischen Themen ist es wichtig, dass jede Teilnehmerin ausreichend Zeit am Tier bekommt.
Jeder soll Punkte suchen können.
Jeder soll palpieren.
Jeder soll Fragen stellen.
Jeder soll die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen zu sammeln.
Denn letztendlich lernt man die TCVM nicht durch Zuschauen.
Man lernt sie durch Tun.
Meine Aufgabe während der Praxistage
Während des gesamten Praxistages begleite ich die Schülerinnen sehr eng.
Ich zeige die Punkte direkt am Tier.
Anschließend suchen die Teilnehmerinnen die Punkte selbstständig auf.
Dabei kontrolliere ich jede einzelne Position.
Oft reichen wenige Millimeter Unterschied aus, damit ein Punkt plötzlich exakt lokalisiert ist.
Diese Feinheiten lassen sich nur schwer über Videos vermitteln.
Deshalb gehe ich von Teilnehmerin zu Teilnehmerin und unterstütze dort, wo Hilfe benötigt wird.
Wir besprechen dabei:
- Punktlokalisation
- Indikationen
- Meridiansysteme
- diagnostische Zusammenhänge
- Anamnese
- Zungendiagnostik
- Pulsdiagnostik
- therapeutische Strategien
Je nach Ausbildungsstand kommen weitere Themen hinzu.
Ein Beispiel aus dem Unterricht: Der Nierenmeridian
An diesem Praxistag stand unter anderem der Nierenmeridian auf dem Programm.
Wir besprachen die einzelnen Punkte, ihre Lage und ihre Bedeutung innerhalb der TCVM.
Dabei arbeiteten wir uns Schritt für Schritt entlang des Meridians.
Die Schülerinnen suchten die Punkte direkt am Pferd auf und diskutierten deren Einsatzmöglichkeiten.
So wurde beispielsweise besprochen:
- welche Punkte traditionell zur Unterstützung bestimmter Funktionskreise eingesetzt werden
- welche Bedeutung bestimmte Punkte innerhalb der Meridianverläufe haben
- wie einzelne Punkte lokal am Bewegungsapparat genutzt werden können
- welche diagnostischen Überlegungen hinter der Auswahl eines Punktes stehen
Genau diese Verknüpfung von Theorie und Praxis macht die Praxistage so wertvoll.
Unterstützung durch meine Co-Dozentin Sandra
Bei größeren Gruppen werde ich von meiner wunderbaren Mitarbeiterin Sandra unterstützt.
Darüber bin ich unglaublich dankbar.
Sandra ist nicht einfach nur eine Helferin.
Sie ist eine kompetente Co-Dozentin, die selbst über viel Erfahrung verfügt.
Dadurch können wir die Teilnehmerinnen optimal betreuen.
Während ich mit einer Gruppe arbeite, begleitet Sandra parallel die zweite Gruppe.
So entstehen zwei Arbeitsstationen.
Der große Vorteil:
Niemand muss lange warten.
Fragen können sofort beantwortet werden.
Unsicherheiten werden direkt geklärt.
Und jede Teilnehmerin erhält die Unterstützung, die sie gerade benötigt.
Lernen mit allen Sinnen
Viele Schülerinnen berichten mir nach den Praxistagen, dass sie plötzlich Zusammenhänge verstehen, die vorher theoretisch zwar logisch waren, aber noch nicht wirklich greifbar erschienen.
Das ist völlig normal.
TCVM ist ein sehr umfangreiches System.
Erst wenn Du einen Meridian unter Deinen Fingern nachvollziehst, einen Punkt selbst gefunden hast oder zum ersten Mal unterschiedliche Pulsqualitäten fühlst, beginnt das Wissen wirklich lebendig zu werden.
Genau dann entstehen die berühmten Aha-Momente.
Und genau diese Momente liebe ich an den Praxistagen ganz besonders.
Auch für Hunde gibt es Praxistage
Natürlich finden unsere Praxistage nicht nur am Pferd statt.
Auch für den Hund bieten wir regelmäßig praktische Unterrichtseinheiten an.
Dort arbeiten wir nach demselben Prinzip:
- praktische Punktlokalisation
- Diagnostik
- Anamnese
- therapeutische Überlegungen
- individuelle Betreuung
- viel Zeit zum Üben
Denn unabhängig davon, ob Du später mit Pferden oder Hunden arbeiten möchtest – Sicherheit entsteht immer durch praktische Erfahrung.
Mein persönliches Fazit
Nach vielen Jahren als Tierheilpraktikerin und Dozentin weiß ich, dass die größte Hürde für viele angehende Therapeutinnen nicht das Lernen der Theorie ist.
Die größte Herausforderung besteht oft darin, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Genau dabei helfen die Praxistage.
Sie schaffen Sicherheit.
Sie schaffen Verständnis.
Sie schaffen Erfahrung.
Und sie zeigen den Teilnehmerinnen, dass sie viel mehr können, als sie selbst häufig glauben.
Für mich gehören diese Tage deshalb zu den schönsten Momenten der gesamten Ausbildung.
Zu sehen, wie aus anfänglicher Unsicherheit plötzlich Klarheit entsteht, wie Punkte sicher gefunden werden und wie die Schülerinnen beginnen, die Zusammenhänge der TCVM wirklich zu verstehen, ist jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes.
Und genau deshalb freue ich mich auf jeden einzelnen Praxistag.
YouTube-Video: Einblick in die Praxistage TCVM
Wenn Du jetzt noch einen authentischen Eindruck davon bekommen möchtest, wie unsere Praxistage tatsächlich ablaufen, dann schau Dir unbedingt mein Video „Einblick in die Praxistage TCVM“ an.
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