Es gibt Krankheitsgeschichten, die lassen einen nicht mehr los. Geschichten, die zeigen, wie Tiere jahrelang mit einem Leiden kämpfen – und wie die richtige Behandlung plötzlich eine völlig neue Lebensqualität schenkt. Genau so erging es Kabi, einem 16-jährigen Wallach, der über sieben Jahre hinweg mit chronischem Husten zu kämpfen hatte.
Seine Besitzerin ar irgendwann am Ende ihrer Kräfte. Kortison, Bronchodilatatoren, Futterumstellungen, Bedampfen des Heus – alles hatte sie probiert. Es brachte Erleichterung, aber nur kurzfristig. Langfristig änderte sich nichts. Und während der Husten schlimmer wurde, wuchs die Angst, ihr Pferd könnte irgendwann in einem Anfall keine Luft mehr bekommen.
Was dann geschah, ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie die Traditionelle Chinesische Medizin für Tiere (TCVM) helfen kann, wenn andere Wege ausgeschöpft scheinen.
Inhalte
Von ersten Symptomen bis zur Krise
Am Anfang wirkte alles noch harmlos. Ein paar Huster, weißlich-schaumiger Auswurf, besonders bei Staub oder kaltem Wetter. Doch schon damals spürte die Besitzerin: Da stimmt etwas nicht.
Über die Jahre änderte sich das Bild:
Der Schleim wurde immer zäher, kaum noch abzuhusten.
Der Husten klang trocken, bellend – oft ohne jegliches Sekret.
Bei kleinster Belastung weitete Kabi die Nüstern.
Er zeigte eine deutliche Bauchatmung, die Bauchmuskeln traten hervor wie bei einem Bodybuilder.
Reiten? Schon seit über einem Jahr unmöglich.
Man konnte ihm beim Kämpfen zusehen. Jeder Atemzug war Arbeit. Und jeder Huster ein Kampf.
Verzweiflung auf der westlichen Schiene
Natürlich war die Besitzerin nicht untätig. Sie tat alles, was empfohlen wurde:
Kortison – half, aber die Sorge vor einem Reheschub blieb riesig.
Bronchodilatatoren – öffneten die Atemwege, aber nur für Stunden.
Bedampftes Heu – teuer angeschafft, sorgfältig umgesetzt, aber allein nicht ausreichend.
Futterumstellung – haferfrei, magenfreundlich, ohne dass sich das Hustenbild änderte.
Trotz aller Mühen verschlechterte sich der Zustand. Die Besitzerin hatte Angst, dass ihr Pferd irgendwann buchstäblich an seinem Husten ersticken könnte.
Der Blick der TCVM: Auf die Wurzel kommt es an
In solchen Momenten ist es wichtig, tiefer zu schauen. Genau hier setzt die TCVM an. Während die westliche Medizin Symptome lindert, sucht die chinesische Medizin nach der Wurzel der Disharmonie.
Die Diagnose bei Kabi war eindeutig:
👉 Die Niere konnte das Qi nicht empfangen.
Das bedeutet:
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Die Lunge war schwach darin, das Atem-Qi nach unten zu schicken.
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Die Niere war zu schwach, um dieses Qi aufzunehmen, festzuhalten und zu verarbeiten.
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Das führte zu einem Kreislauf aus Atemnot, Trockenheit, Schwäche und immer neuen Hustenanfällen.
Die Zunge war blass – ein klarer Hinweis auf einen Mangel. Der Puls war schwach und tief – typisch für eine chronische Erkrankung. Damit war klar: Hier ging es nicht mehr um eine akute Reizung, sondern um einen tiefsitzenden Energiemangel.
Das Therapieziel
Beate definierte die Ziele für die Behandlung nach TCVM-Prinzipien:
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Die Niere stärken und wärmen, damit sie wieder Qi empfangen kann.
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Das Lungen-Qi absteigen lassen, damit die Atmung freier wird.
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Den Körper mit Energie aufladen, um Kraft, Vitalität und Selbstheilung zu fördern.
Was sich theoretisch anhört, wurde in der Praxis zu einem klar strukturierten Therapieplan.
Die gewählten Punkte im Detail
Die Auswahl der Akupunkturpunkte war kein Zufall, sondern eine gezielte Strategie.
Niere 7: stärkt die Nierenfunktion, das Qi zu empfangen.
Lunge 7 + Niere 6: eine klassische Kombination. Lunge 7 öffnet das Konzeptionsgefäß und lässt das Lungen-Qi absteigen. Niere 6 empfängt es, hält es fest und befeuchtet zusätzlich den Hals. Eine unschätzbare Hilfe bei trockenem Husten.
Magen 36: der berühmte Kraftpunkt. Gibt Energie, stärkt Qi, hilft bei chronischen Schwächezuständen. Unterstützt außerdem dabei, Schleim zu transformieren.
Blase 23 + Lenkergefäß 4: stärken das Nieren-Yang. Gerade bei älteren Pferden unverzichtbar.
Konzeptionsgefäß 6: gibt Wärme, stärkt die Lebensenergie.
Konzeptionsgefäß 17: zentrales Energiezentrum für das Lungen-Qi.
Blase 13: Zustimmungspunkt der Lunge – unverzichtbar bei Husten.
Ding Chuan (Extra-Punkt): bekannt als „Asthma-Beender“, beruhigt die Atmung.
Meine Schülerin Beate behandelte Kabi zunächst zwei- bis dreimal wöchentlich, später einmal pro Woche. Sie arbeitete immer mit etwa fünf Punkten pro Sitzung und variierte die Auswahl. So konnte sie gezielt auf Kabis Tagesform eingehen: mal mehr Kraftpunkte, mal mehr feuchtigkeits- und qi-regulierende Punkte.
Methodenvielfalt: Nicht nur Nadeln
TCVM ist vielseitig – und Beate nutzte diese Vielfalt:
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Akupunktur: die klassische Nadeltherapie.
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Moxa: Wärmebehandlung, besonders an Lenkergefäß 4 und Blase 23, um das Nieren-Yang zu stärken.
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Laser-Akupunktur: sanfte, schmerzfreie Stimulation der Punkte.
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Akupressur: mit dem Daumen, jeweils 60 Sekunden pro Punkt.
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Tui-Na: Massagen und Dehnungen, die Qi bewegen und Blockaden lösen.
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Gua Sha: Schabemethode, vor allem über dem Brustbereich, um stagnierendes Qi in Bewegung zu bringen.
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Pyonex-Nadeln: kleine Dauernadeln, die zeitweise auf Punkten verblieben.
Diese Methoden ergänzten sich ideal – immer angepasst an Kabis Zustand.
Persönliche Gedanken als Dozentin
Als ich diesen Fall zum ersten Mal begleitet habe, war ich tief beeindruckt. Denn genau hier zeigt sich, warum ich die TCVM so liebe: Sie schaut nicht nur auf Symptome, sondern sie verbindet alles – Körper, Energie, Emotion, Verhalten.
Kabi war nicht einfach nur ein Pferd mit Husten. Er war ein sensibler, ängstlicher Charakter, der Sicherheit brauchte. Auch das floss in die Behandlung ein.
Mich berühren solche Fälle immer sehr, weil sie zeigen: Es ist nie zu spät, einen neuen Weg zu gehen. Selbst nach sieben Jahren Krankheit kann ein Körper ins Gleichgewicht zurückfinden – wenn man die Wurzel erkennt und konsequent behandelt.
Video: So habe ich den Fall im Unterricht erklärt
Wenn Du noch tiefer in den Fall eintauchen möchtest, schau Dir mein Video an. Darin erkläre ich Kabis Geschichte ausführlich, mit allen Punkten, Diagnosen und Behandlungsschritten – so wie ich es auch meinen Schülern im Unterricht zeige:
Fazit
Kabis Geschichte ist ein starkes Beispiel dafür, dass chronische Erkrankungen nicht das Ende bedeuten müssen. Mit Geduld, Wissen und konsequenter Anwendung der TCVM können Tiere, die jahrelang litten, wieder mehr Lebensqualität gewinnen.
Und das ist es, was meine Arbeit als Dozentin so wertvoll macht: Ich darf Wissen weitergeben, das nicht nur Symptome lindert, sondern Leben verändert – von Tieren und Menschen gleichermaßen.
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Tina Doxtader
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