Hufrehe verändert alles – aber sie muss nicht das Ende bedeuten
Es gibt Diagnosen, die jedem Pferdebesitzer den Boden unter den Füßen wegziehen. Hufrehe gehört ganz sicher dazu. Oft beginnt alles mit einer scheinbar harmlosen Lahmheit. Plötzlich steht das Pferd ungern auf, verlagert sein Gewicht nach hinten, bewegt sich kaum noch und jeder einzelne Schritt scheint Schmerzen zu bereiten. Für viele Besitzer beginnt in diesem Moment eine Zeit voller Sorgen, Unsicherheit und Hilflosigkeit.
Genau diese Gefühle kenne ich aus eigener Erfahrung.
Nicht mit meinem heutigen Quarter Horse Bubi, sondern mit seinem Vorgänger Hotte. Hotte war ein wunderschöner Palomino-Quarterhorse-Wallach, der mich viele Jahre begleitet hat. Als er mit 13 Jahren seinen ersten Hufreheschub bekam, war ich therapeutisch längst noch nicht dort, wo ich heute bin. Ich habe damals dieselben Fragen gestellt, die mir heute viele Pferdehalter stellen:
Warum gerade mein Pferd? Was kann ich jetzt tun? Wird es jemals wieder schmerzfrei laufen?
Damals musste ich selbst lernen. Schritt für Schritt. Aus zahlreichen Behandlungen, aus Fortbildungen, aus Erfolgen, aber auch aus Rückschlägen entstand schließlich mein eigenes Therapiekonzept, das ich heute unter dem Namen Dox for Vets lehre.
Und genau dieses Konzept möchte ich Dir in diesem Beitrag vorstellen.
Inhalte
Was passiert eigentlich bei einer Hufrehe?
Hufrehe gehört zu den schmerzhaftesten Erkrankungen beim Pferd.
Im Inneren des Hufes befinden sich feinste Lamellen, die das Hufbein sicher in der Hornkapsel aufhängen. Kommt es zu einer massiven Entzündung dieser Strukturen, wird die empfindliche Verbindung zwischen Hufbein und Hufwand geschädigt.
Die Folgen können dramatisch sein.
Im schlimmsten Fall beginnt sich das Hufbein zu drehen oder sogar abzusenken. Für das Pferd bedeutet das enorme Schmerzen.
Deshalb gilt:
Je früher gehandelt wird, desto größer ist die Chance, langfristige Schäden zu verhindern.
Dabei reicht es aus meiner Sicht nicht aus, ausschließlich die Symptome zu behandeln. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Ursache zu erkennen und den gesamten Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Meine erste Begegnung mit Hufrehe
Hotte war damals eigentlich ein glückliches Pferd.
Er wurde liebevoll versorgt, bekam gutes Futter und hatte ausreichend Bewegung. Rückblickend muss ich allerdings zugeben, dass er durchaus etwas zu gut im Futter stand.
Dann geschah etwas, das mich bis heute bewegt.
Seine langjährige Weidegefährtin musste eingeschläfert werden.
Ich entschied mich damals bewusst dafür, Hotte Abschied nehmen zu lassen. Er durfte zu seiner verstorbenen Freundin gehen.
Was dann geschah, werde ich nie vergessen.
Er scharrte immer wieder mit den Vorderbeinen an ihr, stupste sie an und versuchte sie regelrecht aufzuwecken. Für ihn war völlig unverständlich, warum sie nicht mehr aufstand.
Damals dachte ich, ich würde ihm helfen.
Heute weiß ich, dass wir noch längst nicht alles über die emotionale Welt unserer Tiere verstehen.
Kurz darauf erlitt Hotte seinen ersten Hufreheschub.
War allein die Trauer die Ursache?
Natürlich nicht.
Er hatte bereits einige Risikofaktoren mitgebracht. Doch manchmal genügt genau dieses letzte kleine Puzzleteil, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.
Diese Erfahrung hat meine therapeutische Arbeit nachhaltig verändert.
Hufrehe hat viele Ursachen
In meiner Praxis zeigte sich immer wieder:
Es gibt nicht die eine Ursache.
Viele Pferde entwickeln Hufrehe aufgrund des Equinen Metabolischen Syndroms (EMS). Übergewicht, zu wenig Bewegung und ein gestörter Zuckerstoffwechsel spielen dabei eine große Rolle.
Ebenso häufig sehe ich Pferde mit PPID (Cushing-Syndrom), deren Stoffwechsel dauerhaft verändert ist.
Doch damit endet die Ursachenforschung längst nicht.
Ich begegne regelmäßig Pferden mit:
- Belastungsrehe
- Geburtsrehe
- Vergiftungsbedingter Hufrehe
- Medikamentös ausgelöster Hufrehe
- Stoffwechselstörungen
- chronischen Entzündungen
- hormonellen Dysbalancen
Und manchmal finde ich Ursachen, mit denen zunächst kaum jemand rechnet.
Können Emotionen tatsächlich Hufrehe beeinflussen?
Diese Frage wird häufig kontrovers diskutiert.
Meine persönliche Erfahrung aus vielen Jahren Praxis lautet:
Ja.
Natürlich entstehen Hufrehe oder Stoffwechselerkrankungen nicht ausschließlich durch Emotionen.
Aber ich habe zahlreiche Pferde erlebt, bei denen massive emotionale Belastungen den entscheidenden Auslöser dargestellt haben.
Der Verlust eines Herdenpartners.
Ein Stallwechsel.
Langanhaltender Stress.
Trennung von vertrauten Pferden.
Chronische Unsicherheit.
All diese Faktoren beeinflussen nach meiner Erfahrung das vegetative Nervensystem erheblich. Dauerstress verändert wiederum den Hormonhaushalt, die Durchblutung und zahlreiche Regulationsmechanismen des Körpers.
Deshalb gehört für mich auch die emotionale Ebene immer mit zur ganzheitlichen Betrachtung eines Hufrehe-Patienten.
Warum ich Lasertherapie einsetze
Im Laufe meiner therapeutischen Tätigkeit habe ich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten kennengelernt.
Die Lasertherapie hat sich dabei zu einem festen Bestandteil meines Behandlungskonzeptes entwickelt.
Wichtig ist mir dabei eines:
Lasertherapie ersetzt niemals eine tierärztliche Diagnostik oder notwendige medizinische Maßnahmen. Akute Hufrehe ist ein Notfall und gehört immer in tierärztliche Hände.
Begleitend kann die Lasertherapie jedoch dazu beitragen, körpereigene Regulationsprozesse zu unterstützen. Sie wird in meiner Praxis als ergänzende Maßnahme eingesetzt und richtet sich nach dem individuellen Befund des jeweiligen Pferdes.
Mein DOX-for-Vets-Konzept besteht aus vier Säulen
Im Laufe der Jahre habe ich mein eigenes Therapiesystem entwickelt.
Dabei kombiniere ich verschiedene Bausteine miteinander.
1. Flächentherapie
Den Beginn bildet immer die großflächige Behandlung des betroffenen Hufes.
Dabei beziehe ich unter anderem ein:
- den Kronrand
- die Ballengrube
- die Hufsohle
- weitere betroffene Bereiche
Mein Ziel ist es, das gesamte betroffene Gewebe in die Behandlung einzubeziehen.
2. Individuell ausgewählte Frequenzen
Ein wesentlicher Bestandteil meines Konzeptes besteht darin, die Lasertherapie mit gezielt ausgewählten Frequenzen zu kombinieren.
Je nach Situation arbeite ich unter anderem mit Frequenzen, die auf die jeweiligen therapeutischen Ziele abgestimmt werden, beispielsweise zur Unterstützung entzündungsbezogener Prozesse, der lokalen Durchblutung oder des allgemeinen Regulationsgeschehens.
Gerade diese individuelle Auswahl macht für mich einen entscheidenden Unterschied.
3. Laserakupunktur
Im nächsten Schritt kombiniere ich die Behandlung mit ausgewählten Akupunkturpunkten.
Hier geht es nicht darum, wahllos Punkte zu behandeln.
Jeder einzelne Punkt wird bewusst ausgewählt.
Je nach Pferd können beispielsweise Punkte eingesetzt werden, die traditionell der Ausleitung von Hitze, der Unterstützung der Durchblutung oder der Schmerzlinderung zugeordnet werden. Auch hierbei stimme ich die Auswahl individuell auf den jeweiligen Patienten ab.
4. Kontrollierte Laserakupunktur – die eigentliche Ursachenforschung
Der wichtigste Bestandteil meines Konzeptes ist die kontrollierte Laserakupunktur.
Hier beginnt für mich die eigentliche Detektivarbeit.
Ich untersuche den Organismus systematisch und frage über ausgewählte Akupunkturpunkte sowie den RAC (Reflex Auriculo Cardiaque) unter Pulskontrolle nach möglichen Belastungen des Regulationssystems.
Dabei interessiert mich vor allem:
Warum ist genau dieses Pferd ein Hufrehe-Patient geworden?
Welche Faktoren haben den Organismus aus dem Gleichgewicht gebracht?
Je nach Befund können sich ganz unterschiedliche Hinweise ergeben – beispielsweise auf Stoffwechselstörungen, hormonelle Dysbalancen, Narben, Zahnstörfelder, Wirbelsäulenblockaden oder andere individuelle Belastungen. Diese Ergebnisse fließen anschließend in das weitere therapeutische Vorgehen ein.
Ganzheitlich denken statt nur Symptome behandeln
Viele Therapien konzentrieren sich verständlicherweise zunächst auf den akuten Huf.
Das ist wichtig.
Doch wenn die eigentliche Ursache bestehen bleibt, kommt es häufig zu weiteren Reheschüben.
Mein Ziel ist deshalb immer:
Nicht nur den aktuellen Schub begleiten.
Sondern den gesamten Organismus langfristig stabilisieren.
Denn genau darin liegt aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied zwischen kurzfristiger Symptombehandlung und nachhaltiger therapeutischer Begleitung.
Hotte hat mir gezeigt, dass Hoffnung berechtigt ist
Wenn ich heute auf Hotte zurückblicke, erfüllt mich das mit großer Dankbarkeit.
Denn trotz seiner wiederkehrenden Reheschübe konnten wir gemeinsam noch viele schöne Jahre verbringen.
Ich konnte ihn noch bis ins Alter von 29 Jahren reiten.
Insgesamt wurde er 34 Jahre alt.
Diese Erfahrung hat mich tief geprägt.
Sie zeigt mir bis heute:
Eine Hufrehe-Diagnose bedeutet nicht automatisch das Ende eines erfüllten Pferdelebens.
Natürlich gibt es schwere Verläufe.
Natürlich lässt sich nicht jeder Fall vollständig aufhalten.
Aber ich habe unzählige Pferde erlebt, bei denen sich Geduld, konsequente Therapie, ein angepasstes Management und eine sorgfältige Ursachenforschung gelohnt haben.
Deshalb möchte ich jedem Pferdebesitzer Mut machen:
Es lohnt sich, nicht vorschnell aufzugeben.
Mein YouTube-Video: Hufrehe mit Lasertherapie behandeln
Wenn Du Dir mein Therapiekonzept Schritt für Schritt ansehen möchtest, findest Du alle vier Säulen meiner Behandlung ausführlich in meinem YouTube-Video.
Hier kannst Du das Video direkt ansehen:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenIm Video zeige ich Dir unter anderem:
-
- wie ich die Flächentherapie durchführe,
- warum Frequenzen für mich eine wichtige Rolle spielen,
- wie ich Laserakupunktur einsetze,
- weshalb die kontrollierte Laserakupunktur den Kern meines Konzepts bildet,
- wie ich nach möglichen Ursachen suche und
- welche Erfahrungen ich mit zahlreichen Hufrehe-Patienten gemacht habe.
Mein Fazit
Hufrehe gehört zu den komplexesten Erkrankungen beim Pferd. Aus meiner Sicht gibt es deshalb keine Standardlösung, die für jedes Tier gleichermaßen geeignet ist.
Jedes Pferd bringt seine eigene Geschichte, seine individuellen Belastungen und seine persönlichen Voraussetzungen mit. Genau deshalb betrachte ich nie nur den Huf, sondern immer den gesamten Organismus.
Mein Ziel ist es, mögliche Ursachen zu erkennen, den Körper ganzheitlich zu unterstützen und gemeinsam mit Tierärzten sowie den Pferdebesitzern die bestmöglichen Voraussetzungen für eine langfristige Stabilisierung zu schaffen.
Die Erfahrungen mit Hotte haben mich gelehrt, niemals vorschnell aufzugeben. Sie haben den Grundstein für mein heutiges Therapiekonzept gelegt und prägen meine Arbeit bis heute.
Wenn Du lernen möchtest, wie Du die Lasertherapie und kontrollierte Laserakupunktur verantwortungsvoll in der Praxis einsetzt und Ting-Punkte gezielt in Deine Befundung und Dein therapeutisches Konzept integrierst, dann sichere Dir jetzt Deine kostenlose Probelektion meiner Online-Ausbildung „Lasertherapie und kontrollierte Laserakupunktur für Pferde und Hunde“.
Dort erhältst Du einen Einblick in den Aufbau der Ausbildung, meine Art zu unterrichten und die Inhalte, die ich seit vielen Jahren an Tiertherapeutinnen und Tiertherapeuten vermittle.
Mehr erfahren:
Tina Doxtader
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