Es gibt diese Augenblicke, in denen Dein Tier still wird – die Atmung ruhiger, die Haltung entspannter – und Du spürst: Hier ist etwas im Fluss. Gerade dann ist der ideale Moment, sich auf die Energiemeridiane zu konzentrieren. Denn unser Körper bei Pferd, Hund oder Mensch ist kein getrennter Apparat: Er ist ein Netzwerk aus Bewegungsmuster, Organflüssen, Emotionen – und Meridiane sind hautnahe Brücken zwischen all diesen Ebenen.
Heute zeige ich Dir – aus meiner jahrelangen Praxis – wie Du gezielt einen Meridian behandeln kannst. Es geht dabei nicht nur um Techniken wie Akupressur, sondern um Deine bewusste Präsenz, Deine Intention und Deine Verbindung zu Deinem Tier.
Inhalte
Deine wahrnehmende Haltung
Bevor die Hände tätig werden, halte einen Moment inne. Blick in die Augen Deines Tieres, spüre seine Atmung, seine Muskulatur, seine Ruhe oder Anspannung. Diese Verbindung ist die Basis.
Wenn Du dann den Meridian – zum Beispiel den Dünndarm-Meridian – auswählst, markiere Dir am Tier entlang des Verlaufs einige Punkte (z. B. mit Klebezetteln). Bei meinem Pferd habe ich das so gemacht, damit ich gezielt arbeiten kann.
Fange mit dem Punkt Dünndarm 1 an. Lege Deinen Daumen oder Zeigefinger auf den Punkt, konzentriere Dich einen Moment. Du musst nichts Großes tun: allein Deine Aufmerksamkeit wirkt. Dann kannst Du langsam kreisend oder statisch drücken – je nachdem, wie das Tier reagiert. Pferde brauchen oft etwas mehr Druck als Hunde – ich arbeite gerne mit dem Daumen, da ich so eine etwas tiefere Berührung herstellen kann und den Fluss richtig wahrnehmen kann.
Diese erste Phase ist wichtig, weil Dein Tier spürt: „Jetzt wirst Du gesehen.“ Es entsteht ein energetisches Einlassen – und das bereitet den Boden für die weitere Meridian-Behandlung.
Akupressur entlang des Verlaufs – Schritt für Schritt
Nachdem Du dich mit dem ersten Punkt verbunden hast, gehe weiter zum nächsten: Dünndarm 3. Auch hier dieselbe Vorgehensweise: konzentrieren, sanft kreisend drücken oder statisch halten.
Ich empfehle Dir: Arbeite bewusst in Richtung des Energieflusses – beim Pferd oft von der Peripherie zum Zentrum, oder entlang des Verlaufs vom Ellenbogen zum Hals. Achte darauf, wie Dein Tier sich verhält: macht das Pferd einen Schritt zur Seite? Wird die Atmung tiefer? Gibt es ein Zucken in der Muskulatur? All das sind Hinweise darauf, ob der Impuls ankommt.
In meiner Praxis habe ich festgestellt: Wenn Du den Meridiankanal entlangarbeitest – statt nur einen einzelnen Punkt – erzeugst Du ein „Aufwecken“ des Systems. Es wird ein Fluss erzeugt, gespürt und gestaltet. Du stärkst nicht nur Dünndarm 3, sondern aktivierst den Kanal und damit das Organ-Funktionssystem dahinter.
Die Massage des Meridians – Fluss erzeugen
Jetzt kommt die nächste Variante: Die Meridianmassage. Du legst Deine Hand flächig auf den Verlauf und streichst mit sanftem, aber bestimmtem Druck entlang – z. B. vom Ellenbogen über das Schulterblatt, weiter über die Halswirbelsäule, dem Meridian folgend.
Ich nenne das „den Fluss anregen“. Bei Blockaden darf die Bewegung etwas kräftiger sein, bei Überreiztheit eher sanft und ruhig. Wichtig: Du arbeitest mit dem Meridian, nicht gegen ihn. Beobachte: Wird die Haut warm? Wird die Muskulatur weicher? Reagiert Dein Tier mit entspannter Stellung?
In meiner Pferde-Praxis habe ich oft erlebt: Nach einer solchen Ausstreichung senkt das Pferd den Kopf, die Atmung wird tiefer – das sind Zeichen dafür, dass der Meridian-Fluss sich verbessert. Und genau darum geht es.
Laserakupunktur oder Laserdusche– modern eingesetzt
Wenn Du Zugang zu einem Punktlaser oder einer Laserdusche hast, kannst Du diese Technik gezielt einsetzen. Am Beispiel: Punkt Dünndarm 8 – liegt medial am Ellenbogen. Du kannst dann entlang des Meridianes mit dem Laser „fahren“ und so den Meridian quasi „durchlasern“.
Diese Methode eignet sich hervorragend, wenn der Meridian tief blockiert ist oder wenn das Tier empfindlich auf Berührung reagiert. Wichtig ist: Du musst den Verlauf genau kennen und langsam arbeiten – Qualität vor Quantität. Wenn Du den Laser ansetzt, beobachte das Tier: Wird der Strahl angenommen? Verändert sich die Haltung? Spürst Du eventuell ein leichtes Vibrieren oder eine Reaktion? Ja? Dann bist Du auf dem richtigen Weg.
Energetisch arbeiten – oft reicht die Aufmerksamkeit
Ein faszinierender Teil dieser Arbeit ist: Manchmal brauchst Du gar keinen direkten Kontakt. Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn Du am Punkt Dünndarm 17 (wichtiger Punkt für die Halswirbelsäule) arbeitest, kannst Du einfach Deine Hand sanft in die Nähe bringen – oder daneben stehen – und Dich mental auf diesen Punkt konzentrieren. Ich habe das in der Praxis mehrfach erlebt: Ich stand ein paar Sekunden ruhig neben meinem Pferd, fokussierte den Punkt, ließ meine Gedanken hin-zurück wandern und das Tier reagierte: Kiefer ging leicht auf, das Pferd atmete tiefer, plötzlich entspannte sich der Halsbereich.
Bei Punkt Dünndarm 19 (Kiefergelenk) habe ich sogar erlebt, wie sich das Kiefergelenk sichtbar löste, obwohl ich es nur über meine Intention „behandelt“ habe. Diese Technik erfordert Übung – aber sie lohnt sich: Sie zeigt Dir, wie sehr Deine Präsenz und Dein innerer Fokus die energetische Arbeit beeinflussen.
Integration und Verbindung – das Herzstück der Meridianarbeit
Jetzt, nachdem Du verschiedene Techniken kennst – Akupressur, Massage, Laser, energetischer Fokus – ist das Verbindende: Deine innere Haltung. Bei jeder Sitzung gilt: Sei voll da. Sei präsent. Sei bewusst. Denn die Meridiane sind nicht isoliert – sie sind eingebettet in das Gesamtsystem des Tieres: Bewegung, Zustand, Emotionen, Haltung.
Ich erinnere mich an einen Wallach, bei dem ständig die rechte Schulter unbeweglicher war – keine klassische Lahmheit, aber eine spürbare Einschränkung. Mit intensiver Meridianarbeit (auch mit dem Dünndarm-Meridian) über mehrere Sitzungen konnte ich beobachten, wie sich nicht nur die Schulter öffnete, sondern das Pferd wieder mit Freude galoppierte. In dieser Zeit stand ich oft einfach neben ihm, atmete mit, spürte mit – die Technik war wichtig, aber die Verbindung war entscheidend.
Deshalb: Behandle nicht nur den Punkt. Behandle das Tier als Wesen. Behandle Dich als Teil dieses Prozesses.
Schritt-für-Schritt-Anwendung am Beispiel Dünndarm-Meridian
Lokalisieren des Meridians – Klebestellen am Tier markieren (z. B. Dünndarm 1, 3, 8, 17, 19)
Akupressur
Meridianmassage
- Laser/dusche
- Energetischer Fokus
Nachspüren: Atmung, Haltung, Muskulatur beobachten, ggf. sanfte Nachmassage
Nachbeobachtung: Tierruhe, Gangbild, Verspannungen im Anschluss checken
Diese Schrittfolge kannst Du ganz nach Deinem Tier-Zustand und Deinen Möglichkeiten anpassen. Wichtig: Es bleibt individuell.
Warum Meridianarbeit für Dein Tier so wirkungsvoll ist
Meridiane sind nicht nur „Linien auf der Haut“. In der traditionellen chinesischen Medizin für Tiere verstehen wir sie als Kanäle für Energie (Qi), aber auch für Blut, Flüssigkeit und Funktionskraft der Organe. Wenn ein Meridian blockiert ist, wirkt sich das nicht nur lokal aus – sondern über den gesamten Organismus. Verspannung im Rücken, Kiefergelenk, Schulter, Stress, Bewegungshemmung: All das kann ein Ausdruck sein davon, dass der Meridian „nicht atmet“.
Ich habe Tiere begleitet, die nach langen Schmerzphasen wieder spielten. Pferde, die sich nach Meridianarbeit geschmeidiger bewegen. Hunde, die ruhiger wurden. Warum? Weil der Energiefluss wieder aktiviert wurde, weil Du als Behandler*in Dein Bewusstsein eingebracht hast, und weil die Technik nicht mehr losgelöst war – sondern eingebunden in Präsenz.
Wichtige Hinweise & Praxistipps
Prüfe immer den Zustand Deines Tieres: Ist es ruhig genug? Vertrauensvoll? Stressfrei? Falls nicht – beginne mit Ruheaufbau.
Achte auf Deine eigene Haltung: Sei geerdet, atme ruhig, sei offen. Deine innere Stabilität überträgt sich.
Wähle die Technik passend zur Situation: Bei Empfindlichkeit sanfter arbeiten, bei Blockade kräftiger.
Beobachte Nachwirkungen: Ideal sind erste Veränderungen innerhalb von Minuten, tiefere Effekte innerhalb von 1–2 Tagen.
Dokumentiere, was Du gemacht hast: Punkte, Technik, Reaktion des Tieres – so lernst Du mit der Zeit Deine eigene Linie.
Integriere Meridianarbeit in Deine regelmäßige Praxis – nicht nur bei akuten Problemen, sondern prophylaktisch.
Meridiane sind Teil des Systems: Ergänze mit Bewegung, Haltungskorrektur, Fütterung und ggf. weiterführender Therapie.
YouTube-Video: „Meridiane behandeln: So geht’s!“
In meinem Video zeige ich Dir ganz praktisch, wie Du die Theorie aus diesem Beitrag am Tier umsetzt. Du siehst Schritt für Schritt, wie ich den Dünndarm-Meridian am Pferd behandle – vom ersten Punkt an der Gliedmaße bis hinauf zum Kopf. Ich erkläre Dir dabei genau, worauf Du achten solltest, wie Du Druck, Richtung und Tempo anpasst und woran Du erkennst, dass Dein Tier auf die Behandlung reagiert.
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Mehr InformationenFazit
Die Behandlung von Meridianen ist eine wundervolle Mischung aus Technik, Intuition und Verbindung. Ob Du akupressierst, massierst, laserst oder energetisch arbeitest – entscheidend ist Deine Präsenz. Der Körper Deines Tieres lädt Dich ein, ihn zu begleiten. Und wenn Du das tust, geschieht Veränderung: Meridiane öffnen sich, Energie fließt, Bewegung wird leichter, Lebensfreude kehrt zurück.
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Tina Doxtader
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