Es ist ein Bild, das viele Hundebesitzer kennen: Der Hund schüttelt unentwegt den Kopf, kratzt sich verzweifelt am Ohr, manchmal jault er sogar vor Schmerz. Nicht selten kommt noch ein übler Geruch hinzu oder ein bräunliches, gelbliches Sekret, das deutlich macht: Hier stimmt etwas nicht. Die Diagnose ist schnell gestellt – Otitis externa, also eine Entzündung des äußeren Gehörgangs.
Was die wenigsten wissen: Mehr als 20 % aller Patienten in der Tierarztpraxis kommen genau deshalb in die Behandlung. Ohrentzündungen sind also kein seltenes Problem – im Gegenteil, sie gehören zu den häufigsten Beschwerden. Und: Sie haben die Tendenz, immer wiederzukehren. Genau hier lohnt sich ein Blick über den Tellerrand hinaus – in die Traditionelle Chinesische Medizin für Tiere (TCVM) und die moderne Lasertherapie.
Inhalte
Die westliche Sicht: Ursachen der Otitis externa
In der klassischen Tiermedizin werden verschiedene Ursachen für Ohrentzündungen beschrieben:
Bakterielle Infektionen – z. B. durch Staphylokokken oder Pseudomonas.
Pilzinfektionen, vor allem Malassezien.
Viren, seltener, aber möglich.
Allergien, häufig Futter- oder Umweltallergien.
Die Behandlung erfolgt meist mit Ohrreinigern, antibiotischen oder antimykotischen Tropfen. Im akuten Fall oft erfolgreich, doch viele Hunde entwickeln chronische Verläufe, die Tier und Mensch zermürben können.
Die TCVM-Sicht: Feuchtigkeit und Hitze
Die TCVM denkt in Mustern. Und bei Ohrentzündungen sehen wir fast immer das Muster „Feuchte-Hitze“:
Das Ohr ist gerötet, warm und schmerzhaft.
Es entsteht übelriechendes, klebriges Sekret.
Der Hund leidet unter starkem Juckreiz.
Doch die Frage lautet: Woher kommt die Feuchtigkeit, woher die Hitze?
Eine schwache Milz (im TCVM-Sinn) kann Feuchtigkeit nicht transformieren. Schleim sammelt sich im Körper, der Fluss von Qi staut sich, und dadurch entsteht Hitze.
Die Niere ist ebenfalls beteiligt: Sie öffnet sich in die Ohren. Hunde mit chronischen Ohrproblemen zeigen oft eine tiefe Schwäche im Funktionskreis Niere. Das erklärt auch, warum manche Tiere genetisch zur Otitis neigen – die Veranlagung liegt in der Tiefe.
Diese Sichtweise hilft uns, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern an die Wurzel der Erkrankung zu gehen.
Lokale Lasertherapie: Sofortige Linderung
Eine meiner liebsten Methoden bei Ohrentzündungen ist die Lasertherapie.
Ich gehe mit einem speziellen Aufsatz sanft in den Gehörgang. Für den Hund ist das nicht schmerzhaft, eher ein leichtes Kitzeln. Und die Wirkung ist sofort spürbar:
Entzündungshemmend – die Rötung geht zurück.
Schmerzlindernd – der Hund entspannt sichtlich.
Heilungsfördernd – die Regeneration wird beschleunigt.
Besonders spannend ist der Blaulichtlaser. Dieses Licht hat nachweislich eine antibakterielle und antimykotische Wirkung – perfekt also, wenn Bakterien oder Hefepilze beteiligt sind. Studien auf pubmed.gov bestätigen, wie effektiv diese Methode ist.
Auch wenn Du keinen speziellen Ohr-Aufsatz hast, kannst Du mit einer Laserdusche nah am Ohr arbeiten – die Wirkung ist ebenfalls stark. Wichtig: Immer mit den passenden Frequenzen arbeiten – entzündungshemmend und schmerzlindernd.
Akupunktur: Punkte gegen Hitze und Feuchtigkeit
Neben der lokalen Behandlung ist es entscheidend, die energetische Ursache zu adressieren. Mit Akupunktur oder Laserakupunktur lassen sich gezielt Muster behandeln:
Gallenblase 34 – der Punkt gegen Feuchte-Hitze schlechthin.
Leber 3 – bewegt Qi und verhindert Stagnation.
Dickdarm 4 – einer der stärksten Punkte gegen Schmerzen.
Dickdarm 11 – der Hitzeklärer.
Gallenblase 20 – wichtig bei allen Ohrgeschehen und zum Ausleiten von Wind.
Warum Wind? Weil Ohrentzündungen oft plötzlich auftreten, schnell „hochkochen“ und mit Juckreiz einhergehen – typische Merkmale des pathogenen Faktors Wind.
Gerade der Gallenblasen- und Dreifach-Erwärmer-Meridian sind spannend, da sie direkt ums Ohr verlaufen. Und für chronische Fälle gilt: Die Niere stärken! Nur so lassen sich immer wiederkehrende Ohrentzündungen nachhaltig verhindern.
Kontrollierte Laserakupunktur: Das Tier zeigt den Weg
Ein faszinierender Ansatz ist die Kontrollierte Laserakupunktur. Dabei wird der Puls des Hundes während des Abscannens bestimmter Punkte beobachtet. Reagiert der Puls, weißt Du: Hier liegt die Wurzel.
So fragst Du das Tier direkt: „Zeig mir, wo Dein Ungleichgewicht sitzt.“
Liegt die Ursache in der Milz?
Ist die Niere geschwächt?
Oder steckt die Leber mit drin?
Diese Methode macht die Therapie nicht nur präziser, sondern gibt Dir auch Sicherheit, die richtigen Punkte zu wählen.
Kräuter und Vitalpilze: Bewährte Helfer seit Jahrhunderten
Die chinesische Medizin kennt Rezepturen, die seit Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt werden. Bei Ohrentzündungen ist es vor allem:
Long Dan Xie Gan Tang – klärt Hitze und Feuchtigkeit.
Dazu kommen Vitalpilze wie Coriolus versicolor. Er stärkt das Immunsystem, wirkt entzündungshemmend und kann chronische Prozesse beruhigen.
Video: Ohrentzündung? Diese Methode wirkt sofort!
Damit Du Dir ein noch besseres Bild machen kannst, habe ich Dir hier mein YouTube-Video verlinkt, in dem ich die Behandlung direkt demonstriere:
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Mehr InformationenErnährung: Die unterschätzte Basis
Eine Ohrentzündung ist häufig auch eine Fütterungsfrage. Viele Hunde bekommen Nahrungsmittel, die Hitze und Feuchtigkeit im Körper fördern:
Fettes, Gebratenes, Öliges
Zucker
Milchprodukte
Weizen, Mais
Wenn Du diese Dinge weglässt, verändert sich oft schon nach wenigen Wochen die Situation dramatisch.
Geeignet sind dagegen:
Pute – neutral und leicht.
Fisch, besonders Tiefseefisch – kühlend.
Gedämpftes Gemüse in Orange- und Gelbtönen – stärkt die Mitte.
Hirse und Reis – aus TCVM-Sicht sehr verträglich.
Noch präziser wird es, wenn Du mit kontrollierter Laserakupunktur die Verträglichkeit direkt am Hund austestest. Dann weißt Du, ob er wirklich Pute oder Hirse gut annimmt – und die Therapie wird noch wirksamer.
Persönliche Erfahrungen: Kleine Schritte, große Veränderungen
Ich habe unzählige Hunde begleitet, deren Besitzer schon verzweifelt waren: Immer wieder Ohrentzündungen, immer wieder Tropfen, nie eine nachhaltige Lösung. Und dann reicht manchmal schon die Kombination aus:
Ernährungsumstellung,
lokale Lasertherapie,
Akupunktur oder Kräuter.
Die Hunde wurden stabil, der Juckreiz verschwand, die Lebensqualität kam zurück. Solche Fälle gehören zu den schönsten Momenten in meiner Arbeit – weil sie zeigen, dass ganzheitliches Denken den Unterschied macht.
Fazit: Ohrentzündungen ganzheitlich behandeln
Eine Otitis externa ist mehr als nur ein lokales Problem. Sie ist ein Zeichen dafür, dass das Gleichgewicht im Körper gestört ist – durch Feuchtigkeit, Hitze, eine schwache Mitte oder eine belastete Niere. Mit der Kombination aus TCVM, Lasertherapie, Kräutern und Ernährung kannst du nicht nur Symptome lindern, sondern die Ursache anpacken.
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Tina Doxtader
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