Morgens um fünf klingelte mein Wecker. Ich ging mit meinem Hund hinaus, machte mir anschließend eine Tasse Tee und setzte mich über meine Bücher. Um sieben begann mein Arbeitstag im Büro. Die Zeit davor gehörte einem Thema, das mich nicht mehr losließ: der chinesischen Medizin.
Das ist inzwischen 26 Jahre her. Aus meiner damaligen Neugier wurde ein beruflicher Weg, der mich zu Fortbildungen in verschiedene Länder führte, schließlich in meine hauptberufliche Tätigkeit als Tierheilpraktikerin und später auch in die Dozentinnenrolle.
„Tina, wie bist Du eigentlich zur TCVM gekommen?“ Diese Frage höre ich häufig. Die Antwort beginnt mit meiner Tierheilpraktikerausbildung – und einer persönlichen Erfahrung, die mich bis heute bewegt.
Inhalte
Mein Einstieg in die Tierheilkunde
Zu Beginn meiner Ausbildung beschäftigte ich mich vor allem mit Verhaltenstherapie und Homöopathie. Beides fand ich spannend. Ich wollte Tiere besser verstehen und unterschiedliche therapeutische Ansätze kennenlernen.
In der Homöopathie empfand ich es allerdings als anspruchsvoll, das möglichst genau passende Mittel zu finden, das sogenannte Similimum. Ich merkte schon damals: Es genügte mir nicht, einzelne Informationen auswendig zu lernen. Ich wollte Zusammenhänge nachvollziehen können.
Dann begann innerhalb meiner Ausbildung der Unterricht in Traditioneller Chinesischer Medizin für Tiere, kurz TCVM.
Diese für mich neue Betrachtungsweise weckte sofort mein Interesse. Die Begriffe waren zunächst ungewohnt, und manches musste ich mehrfach hören. Trotzdem war da von Anfang an dieses Gefühl: Darüber möchte ich mehr wissen.
Eine belastende Zeit und eine prägende Begegnung
Ungefähr zur gleichen Zeit hatte ich selbst wiederkehrende Beschwerden im Bereich der Harnblase. Nach meiner Erinnerung zog sich diese Phase mindestens über ein Jahr hin.
Ich war ärztlich in Behandlung, nahm verschiedene urologische Termine wahr und erhielt unter anderem Antibiotika. Besonders erinnere ich mich daran, wie stark die Beschwerden meinen Alltag bestimmten.
Zeitweise konnte ich nicht richtig sitzen. Auch das Reiten war dadurch eingeschränkt. Für mich war das sehr belastend, denn plötzlich war etwas, das mir Freude machte, nicht mehr selbstverständlich möglich.
Schließlich kam ich zu einer Ärztin, die mit Traditioneller Chinesischer Medizin arbeitete. Bei einer Akupunkturbehandlung verwendete sie einen Punkt, dessen Namen ich bis heute nicht vergessen habe: Konzeptionsgefäß 3, kurz KG 3.
Im Unterricht lernte ich diesen Punkt als „Alarmpunkt der Blase“ kennen. Besonders bemerkenswert fand ich damals, dass er in einer Gegend lag, die ich selbst als ausgesprochen schmerzempfindlich erlebt hatte. Diese traditionelle Bezeichnung ist allerdings nicht mit einer medizinischen Diagnose gleichzusetzen.
Mit dieser Zeit verbinde ich bis heute ein tiefes Gefühl der Erleichterung. Meine persönliche Erfahrung wurde zum Ausgangspunkt meiner weiteren Beschäftigung mit der chinesischen Medizin. Sie ist jedoch kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis und lässt sich nicht auf andere Menschen oder Tiere übertragen.
Ich wollte nicht nur staunen, sondern verstehen
Nach dieser Begegnung war die chinesische Medizin für mich nicht mehr einfach ein interessantes Unterrichtsfach.
Ich wollte wissen: Warum wird ein bestimmter Akupunkturpunkt ausgewählt? Welche Überlegungen stehen dahinter? Wie werden unterschiedliche Beobachtungen eingeordnet? Und welche Besonderheiten sind bei der Arbeit mit Tieren zu berücksichtigen?
Meine erste Reaktion war sehr emotional: Ich möchte wirklich alles darüber lernen.
Natürlich wusste ich damals noch nicht, wie umfangreich dieses Gebiet ist. Aber ich wollte mich nicht mit einer kurzen Erklärung zufriedengeben.
Dabei dachte ich sofort an die Tiere. Ich wollte herausfinden, welche Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansatz in der tierheilkundlichen Arbeit hat. Aus meiner persönlichen Begeisterung entstand der Wunsch, mir dafür eine gründliche fachliche Grundlage zu erarbeiten.
Denn so wichtig ein begeisternder Anfang sein kann: Verantwortungsvolle therapeutische Arbeit braucht mehr als eine eindrucksvolle Erfahrung.
Lernen bedeutete für mich auch, unterwegs zu sein
Ich setzte meine Ausbildung fort und suchte mir immer wieder neue Lehrerinnen, Lehrer und Mentoren. Dafür war ich innerhalb Deutschlands unterwegs, reiste nach Italien und bildete mich auch in den USA und in China weiter.
Mich interessierte weniger die Entfernung als die Frage: Von wem kann ich etwas lernen?
Dass ich gut Englisch spreche, war dabei ein großes Glück. Trotzdem musste ich mich manchmal erst in eine ungewohnte Aussprache einhören. Anfangs war das anstrengend, gerade bei komplexen Fachinhalten. Nach einer Weile konnte ich den Gedanken dann immer besser folgen.
Zu den Begegnungen, für die ich besonders dankbar bin, gehört die mit Giovanni Maciocia. Ich durfte ihn noch persönlich kennenlernen und bei ihm lernen.
Ich habe dieses Wissen regelrecht aufgesogen. Dabei ging es mir nicht nur um einzelne Informationen. Mich faszinierte auch, wie erfahrene Lehrende Zusammenhänge erklärten, Fragen stellten und ihre Überlegungen aufbauten.
Mit jedem Seminar wurde mir deutlicher, wie viel es noch zu entdecken gab.
Die frühen Morgenstunden mit meinen Fachbüchern
Weil ich damals noch im Büro arbeitete, musste ich mir bewusst Zeit zum Lernen schaffen. So entstanden meine frühen Morgenstunden mit Hund, Tee und Fachliteratur.
Ich erzähle das nicht, weil frühes Aufstehen eine Voraussetzung für gründliches Lernen wäre. Jeder Mensch hat andere Verpflichtungen und einen anderen Rhythmus.
Für mich zeigt diese Erinnerung vor allem, wie sehr mich das Thema gepackt hatte.
Natürlich brauchte es Disziplin. Gleichzeitig war da echte Freude. Ich wollte ein Kapitel weiterlesen, eine Erklärung nachvollziehen oder einer Frage nachgehen, die mir seit dem letzten Unterricht im Kopf geblieben war.
Nicht jeder Morgen brachte eine große Erkenntnis. Oft waren es kleine Schritte. Ein Begriff wurde verständlicher, ein Zusammenhang klarer. Genau daraus entwickelte sich nach und nach ein tieferes Verständnis.
Aus meinem Interesse wurde mein Beruf
Über die Jahre nahm die TCVM immer mehr Raum in meinem Leben ein. Schließlich wurde aus meiner Tätigkeit neben dem Büroalltag meine hauptberufliche Arbeit als Tierheilpraktikerin.
Auch die praktische Arbeit brachte neue Fragen mit sich. Beobachtungen bei den Tieren nahm ich gedanklich mit zurück zu meinen Büchern und in meine Fortbildungen. Manches wollte ich genauer verstehen, anderes musste ich noch einmal überdenken.
Meine eigene Geschichte hat dabei auch meine Haltung geprägt: Ich möchte aufmerksam wahrnehmen, was eine Belastung für den Alltag bedeutet.
Was hat sich beim Tier verändert? Was berichtet der Mensch, der es gut kennt? Welche Untersuchungen wurden bereits durchgeführt? Welche Fragen sind noch offen?
Dabei gehören für mich Mitgefühl und fachliche Sorgfalt zusammen. Persönliche Erfahrungen und traditionelle Erklärungsmodelle dürfen nicht mit wissenschaftlichen Nachweisen verwechselt werden. Ebenso selbstverständlich ist für mich, notwendige tierärztliche Diagnostik und Behandlung nicht durch ergänzende Verfahren zu ersetzen oder zu verzögern.
Warum ich nach 26 Jahren weiterlerne
Auch heute lese ich Fachbücher, besuche Fortbildungen und beschäftige mich mit neuen Fragen.
Natürlich habe ich mir inzwischen umfangreiches Wissen erarbeitet. Trotzdem gibt es Themen, die ich vertiefen möchte, und Perspektiven, die mein bisheriges Verständnis ergänzen.
Manchmal lese ich einen bekannten Abschnitt erneut und entdecke etwas, das ich Jahre zuvor noch ganz anders eingeordnet habe. Das finde ich spannend.
Erfahrung bedeutet für mich nicht, keine Fragen mehr zu haben. Sie hilft mir, genauer zu fragen.
Die TCVM hat meinen beruflichen Weg geprägt. Dass meine Neugier nach all diesen Jahren geblieben ist, empfinde ich als großes Glück.
So möchte ich auch unterrichten
Heute begleite ich selbst Menschen beim Lernen. Dabei erinnere ich mich gut daran, wie es war, vor neuen Begriffen zu sitzen und erst einmal Zusammenhänge suchen zu müssen.
Deshalb möchte ich meinen Unterricht nicht auf einfache Punktlisten reduzieren. „Punkt A gegen Krankheit B“ ist nicht das Verständnis, das ich vermitteln möchte.
Mir geht es darum, dass Du die Grundlagen nachvollziehen kannst. Du sollst verstehen, wie innerhalb der TCVM gedacht wird, welche Fragen bei einer Einordnung wichtig sind und wo die Grenzen dieser Betrachtungsweise liegen.
Dafür darfst Du Zeit brauchen. Du musst nicht alles beim ersten Hören verstehen. Nachfragen, Wiederholen und Weiterdenken gehören dazu.
Was ich mir wünsche, ist Deine Bereitschaft, Dich wirklich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Nicht nur Begriffe zu sammeln, sondern Schritt für Schritt ein zusammenhängendes Verständnis aufzubauen.
Vielleicht beginnt Dein Weg ebenfalls mit Neugier
Du musst nicht dieselbe Geschichte erlebt haben wie ich, um Dich für TCVM zu interessieren. Vielleicht möchtest Du einen neuen Ansatz kennenlernen. Vielleicht beschäftigst Du Dich bereits mit Tierheilkunde und suchst nach einer Ausbildung, die über einzelne Akupunkturpunkte hinausgeht.
Auf meiner Internetseite findest Du Informationen zu meinen Ausbildungen und kannst eine Probelektion anfordern. So bekommst Du einen Einblick in meine Art zu erklären und kannst prüfen, ob dieser Lernweg zu Dir passt.
Mein eigener Weg begann mit einer persönlichen Erfahrung und vielen Fragen. Geblieben ist der Wunsch, Zusammenhänge zu verstehen – und dieses Wissen so weiterzugeben, dass auch bei anderen aus erster Neugier ein tieferes Interesse wachsen kann.
So kam ich zur TCVM – meine Geschichte im Video
Du möchtest meine Geschichte noch einmal persönlich erzählt hören? In meinem YouTube-Video „So kam ich zur TCVM“ nehme ich Dich mit zu meinen Anfängen. Ich erzähle Dir, welche Erfahrung meine Begeisterung für die chinesische Medizin geweckt hat und warum sie mich auch nach 26 Jahren nicht loslässt.
Entdecke die TCVM für Dich
Du möchtest nicht nur einzelne Akupunkturpunkte kennenlernen, sondern die Zusammenhänge der TCVM von Grund auf verstehen? Mit einer Probelektion bekommst Du einen ersten Einblick in meine Art zu unterrichten und kannst herausfinden, ob dieser Lernweg zu Dir passt.
Buche jetzt eine Probelektion meiner Online-Ausbildung „TCVM Große Fachausbildung“ für Pferde und Hunde.
Ich freue mich darauf, meine Begeisterung und mein Wissen mit Dir zu teilen.
Mehr erfahren:
Tina Doxtader
-
Teile diesen Beitrag auf...
Die große Fachausbildung – jetzt noch umfassender!
Die besondere Online-Fachausbildung des „Fühlens“
Die Online-Ausbildung über Akupunktur ohne Nadel
Passende Kurse:
Die große Fachausbildung – jetzt noch umfassender!
** Schaue dir die Info-Webinare an **
HEUTE - 11 Uhr
- kostenfrei & online -
Infowebinar zur Lasertherapie-Ausbildung
Alle Infos über deinen Start in die Ausbildung zum gefragten Lasertherapeuten.
Gleich geht’s los!