Die Lasertherapie gehört inzwischen bei vielen Tiertherapeuten zur täglichen Arbeit. Kaum eine andere Methode wird so häufig eingesetzt, wenn es um den Bewegungsapparat, Narben, Verspannungen oder die Unterstützung von Regenerationsprozessen geht. Trotzdem beobachte ich seit Jahren immer wieder das Gleiche:
Viele Therapeutinnen und Therapeuten besitzen einen hochwertigen Laser, setzen ihn regelmäßig ein und sind dennoch enttäuscht von den Resultaten.
Oft höre ich Aussagen wie:
„Ich habe es ausprobiert, aber die Ergebnisse waren eher mäßig.“
Oder:
„Ich nutze den Laser zwar, aber der große Durchbruch bleibt aus.“
Dabei liegt das Problem in den meisten Fällen nicht am Gerät selbst.
Der eigentliche Unterschied liegt fast immer in der Art und Weise, wie der Laser angewendet wird.
Inhalte
Der häufigste Fehler: Es wird nur symptomatisch gearbeitet
Ein klassisches Beispiel ist die Behandlung eines schmerzhaften Gelenks oder eines auffälligen Bereichs im Rücken.
Der Laser wird auf die Stelle gehalten, einige Minuten behandelt und anschließend hofft man auf eine Verbesserung.
Genau hier beginnt häufig das Problem.
Denn der Körper funktioniert nicht isoliert.
Wenn ein Pferd beispielsweise Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks zeigt, bedeutet das noch lange nicht, dass dort die eigentliche Ursache liegt.
Vielleicht liegt die Ursache in einer Narbe.
Vielleicht in einer Bewegungseinschränkung.
Vielleicht in einem ganz anderen Körpersegment.
Vielleicht sogar in einem störenden Zahn.
Wer ausschließlich dort behandelt, wo Symptome sichtbar werden, übersieht häufig wichtige Zusammenhänge.
In meiner täglichen Arbeit betrachte ich deshalb immer den gesamten Patienten. Ein auffälliges Gelenk ist oft nur ein Hinweis darauf, dass an anderer Stelle etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Viele kennen die technischen Grundlagen ihres Lasers nicht ausreichend
Das klingt zunächst hart, ist aber eine Beobachtung, die ich immer wieder mache.
Viele Anwender können nicht genau beantworten:
- Welche Leistung besitzt ihr Laser?
- Mit welcher Wellenlänge arbeitet er?
- Welche Eindringtiefe ergibt sich daraus?
- Welche Energiedosis wird tatsächlich abgegeben?
- Wie berechnet man Joule korrekt?
Dabei sind genau diese Faktoren entscheidend.
Die Wellenlänge beeinflusst beispielsweise, wie tief die Energie in das Gewebe eindringen kann.
Ein Laser mit hoher Wellenlänge eignet sich häufig besonders gut für tiefere Gewebestrukturen. Gerade in der Pferdetherapie kann dies von Vorteil sein.
Andere Geräte besitzen wiederum Eigenschaften, die in anderen Situationen sinnvoll sein können.
Es gibt nicht den einen perfekten Laser.
Jedes Gerät besitzt Stärken und Grenzen.
Deshalb sollte die Auswahl immer zum therapeutischen Ziel passen.
Die Dosierung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg
Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt:
Die Dosierung.
Viele glauben, viel helfe viel.
In der Lasertherapie ist das jedoch nicht automatisch der Fall.
Wird zu wenig Energie eingesetzt, kann der gewünschte Reiz ausbleiben.
Wird zu viel Energie verwendet, kann dies ebenfalls ungünstig sein.
Die Kunst besteht darin, die passende Energiemenge für das jeweilige Gewebe und die jeweilige Situation auszuwählen.
Genau deshalb genügt es nicht, einen Laser einzuschalten und auf eine bestimmte Region zu richten.
Wer fundiert arbeiten möchte, sollte verstehen, wie die Dosierung zustande kommt und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Flächentherapie bedeutet mehr als nur eine Stelle zu behandeln
Auch bei der Flächentherapie sehe ich regelmäßig Fehler.
Nehmen wir als Beispiel ein Gelenk.
Viele konzentrieren sich ausschließlich auf die unmittelbar betroffene Struktur.
Doch Gelenke arbeiten niemals allein.
Muskeln, Sehnen, Faszien und umliegende Gewebe beeinflussen sich gegenseitig.
Deshalb beziehe ich bei der Behandlung immer das gesamte Umfeld mit ein.
Ich betrachte die angrenzende Muskulatur.
Ich schaue mir Bewegungsmuster an.
Ich berücksichtige Kompensationen.
Erst dadurch entsteht ein umfassenderes Bild.
Das enorme Potenzial der Frequenzen wird oft nicht genutzt
Moderne Laser bieten häufig verschiedene Frequenzprogramme.
Viele Anwender verwenden jedoch immer dieselben Einstellungen.
Das ist vergleichbar mit einem Klavier, auf dem nur eine einzige Taste gespielt wird.
Frequenzen können ein sehr umfangreiches Arbeitsfeld darstellen.
Wer damit arbeitet, sollte die einzelnen Frequenzen kennen, ihre Eigenschaften verstehen und praktische Erfahrungen sammeln.
Nur dann lässt sich einschätzen, welche Einstellung im jeweiligen Fall sinnvoll sein kann.
Laserakupunktur erfordert fundiertes Fachwissen
Ein weiterer Bereich ist die Laserakupunktur.
Hier wird der Laser genutzt, um Akupunkturpunkte zu stimulieren.
Doch genau an dieser Stelle zeigt sich häufig der Unterschied zwischen oberflächlicher Anwendung und fundierter Arbeit.
Wer Akupunkturpunkte behandeln möchte, muss zunächst wissen:
- Wo liegen die Punkte?
- Welche Funktionen werden ihnen traditionell zugeschrieben?
- Wann werden sie eingesetzt?
- Wann sollten sie nicht eingesetzt werden?
Dafür benötigt man ein tiefes Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Die Laserakupunktur besteht nicht darin, einige bekannte Punkte auswendig zu lernen.
Sie erfordert Diagnostik, Systemverständnis und therapeutisches Denken.
Diagnostik als Grundlage jeder Behandlung
n meiner Arbeit spielt die Diagnostik eine zentrale Rolle.
Denn bevor ein Punkt behandelt wird, stellt sich zunächst die Frage:
Muss dieser Punkt überhaupt behandelt werden?
Und wenn ja:
Warum?
Welche Information liefert er?
Welche Zusammenhänge könnten dahinterstehen?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, wird entschieden, welche therapeutischen Schritte sinnvoll erscheinen.
Gerade hier zeigt sich häufig, warum manche Therapien stagnieren, während andere deutlich strukturierter verlaufen.
Wenn nichts hilft: Der Blick auf mögliche Störherde
Besonders spannend wird es bei Patienten, die trotz zahlreicher Behandlungsversuche kaum Veränderungen zeigen.
Jeder Therapeut kennt solche Fälle.
Man behandelt.
Man passt die Therapie an.
Man arbeitet engagiert.
Und dennoch bleibt der gewünschte Verlauf aus.
Dann lohnt sich häufig ein Blick auf mögliche Störfelder oder Störherde.
In meiner praktischen Arbeit gehören sie regelmäßig zur Untersuchung.
Mögliche Bereiche können beispielsweise sein:
- Zähne
- Nasennebenhöhlen
- Stirnhöhlen
- Narben
- Operationsbereiche
Narben werden dabei oft unterschätzt.
Dabei begleiten sie viele Tiere ein Leben lang.
Die Kastrationsnarbe – ein häufig unterschätzter Bereich
Gerade bei Wallachen fällt mir immer wieder auf, wie häufig die Kastrationsnarbe in Untersuchungen Beachtung verdient.
Der Bereich liegt direkt in einer Region, die für Bewegungsabläufe von großer Bedeutung ist.
Zeigt ein Pferd dauerhaft Auffälligkeiten im Bewegungsmuster, lohnt es sich deshalb, diesen Bereich genauer zu betrachten.
Natürlich bedeutet das nicht automatisch, dass jede Kastrationsnarbe problematisch ist.
Aber sie sollte in eine umfassende Untersuchung einbezogen werden.
Ein Laser kann weit mehr als viele Anwender ausschöpfen
Je länger ich mit Lasern arbeite, desto mehr fasziniert mich die Vielseitigkeit dieser Technologie.
Viele nutzen nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten.
Dabei reicht das Spektrum weit über die reine Flächenbehandlung hinaus.
Wer sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, entdeckt nach und nach immer neue Einsatzmöglichkeiten und Zusammenhänge.
Genau deshalb ist die Lasertherapie für mich bis heute eines der spannendsten Werkzeuge in der Tiertherapie geblieben.
Mein YouTube-Video zum Thema
Wenn Du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, dann schau Dir gerne mein Video an. Darin gehe ich ausführlich auf typische Fehlerquellen, die Bedeutung von Frequenzen, die Laserakupunktur, diagnostische Vorgehensweisen und mögliche Störherde ein.
Hier kannst Du Dir das Video ansehen:
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Mehr InformationenMein Fazit
Wenn Therapeutinnen und Therapeuten mit Lasertherapie nicht die Ergebnisse erzielen, die sie sich wünschen, liegt das häufig nicht am Laser selbst.
Viel häufiger fehlen:
- Kenntnisse über Leistung und Wellenlänge
- Verständnis für die richtige Dosierung
- Wissen über Frequenzen
- fundierte Diagnostik
- Kenntnisse der Laserakupunktur
- ein systematischer Blick auf mögliche Störherde
Ein Laser ist kein Zauberstab.
Er ist ein Werkzeug.
Und wie bei jedem Werkzeug entscheidet letztlich das Wissen des Anwenders darüber, wie umfassend seine Möglichkeiten genutzt werden können.
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Tina Doxtader
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