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Es gibt diesen einen Moment, den vermutlich jeder kennt, der irgendwann therapeutisch arbeiten möchte:

Du hast gelernt, Fortbildungen besucht, Skripte gelesen und Dir viel Wissen angeeignet. Und dann sitzt plötzlich ein echter Patient vor Dir.

Kein Fallbeispiel aus einer Ausbildung. Kein theoretischer Übungsfall.

Sondern ein Tier, dessen Besitzer darauf vertraut, dass Du weißt, was Du tust.

Genau an diesem Punkt begann auch mein eigener Weg in die Traditionelle Chinesische Medizin für Tiere vor inzwischen rund 26 Jahren.

Und wenn ich heute darauf zurückblicke, weiß ich: Ich konnte damals schon viel mehr, als ich mir selbst zugetraut habe.

Inhalte

Der Schritt von der Ausbildung in die Praxis

Nach meinen ersten Ausbildungen war mein Wissenshunger längst nicht gestillt. Im Gegenteil: Je mehr ich lernte, desto stärker wurde mir bewusst, wie viel es noch zu entdecken gab.

Vielleicht kennst Du dieses Gefühl.

Eigentlich hast Du eine gute Ausbildung absolviert und trotzdem denkst Du:

„Reicht mein Wissen wirklich?“

„Was ist, wenn ich etwas übersehe?“

„Bin ich schon gut genug, um tatsächlich zu behandeln?“

Genau diese Gedanken hatte ich damals auch.

Meine therapeutische Tätigkeit begann zunächst nebenberuflich. Ich hatte noch meinen Bürojob und damit eine finanzielle Sicherheit im Hintergrund. Das gab mir die Möglichkeit, meine Praxis langsam aufzubauen, Erfahrungen zu sammeln und Schritt für Schritt sicherer zu werden.

Mein erster offizieller Patient

An meinen ersten Patienten erinnere ich mich bis heute.

Es war ein Hund mit einer Mandelentzündung.

Ich war natürlich aufgeregt. Sehr sogar.

Aber ich sagte mir: „Du hast das gelernt. Jetzt arbeitest Du konzentriert und gehst Schritt für Schritt vor.“

Also fing ich an.

Das war für mich eine wichtige Erfahrung. Denn irgendwann reicht es nicht mehr, nur zu lernen. Irgendwann musst Du beginnen, Dein Wissen praktisch anzuwenden.

Natürlich bedeutet das nicht, sich ohne fundierte Ausbildung an komplizierte Fälle zu wagen. Verantwortungsvolles therapeutisches Arbeiten bedeutet für mich immer auch, die eigenen Grenzen zu kennen und Tiere bei Bedarf tierärztlich abklären zu lassen.

Aber mit einer guten Grundlage darfst Du irgendwann anfangen.

Am Anfang kamen viele Hunde mit Problemen des Bewegungsapparates

Wenn Menschen an TCVM denken, denken viele zuerst an Akupunktur.

Und genau darüber kamen auch viele meiner ersten Patienten zu mir.

Bei den Hunden waren es häufig ältere Tiere mit chronischen Veränderungen des Bewegungsapparates, beispielsweise Arthrosen, Spondylosen oder altersbedingten Bewegungseinschränkungen.

Was mich an der TCVM schon damals faszinierte, war der Blick auf das gesamte Tier.

Nicht nur:

„Der Hund hat eine Arthrose.“

Sondern:

Wie ist seine Konstitution?

Wie bewegt er sich?

Reagiert er empfindlich auf Kälte?

Wie ist sein Allgemeinzustand?

Wie sieht seine Zunge aus?

Wie ist seine Energie?

Welche weiteren Veränderungen gibt es?

Genau dadurch wurde mir immer klarer: Traditionelle Chinesische Medizin ist sehr viel mehr als das Setzen einiger Akupunkturnadeln.

TCVM bedeutet, Zusammenhänge zu verstehen

In der Chinesischen Medizin beschäftigen wir uns unter anderem mit Qi, Blut, Jing, Yin und Yang, den Funktionskreisen und den Fünf Wandlungsphasen.

Wir betrachten Ernährung, Alter, Konstitution, äußere Einflüsse und viele weitere Faktoren.

Zwei Hunde können beispielsweise dieselbe schulmedizinische Diagnose haben und aus Sicht der TCVM trotzdem völlig unterschiedliche Muster zeigen.

Genau das hat mich begeistert.

Man schaut nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern versucht zu verstehen, was im gesamten Organismus passiert.

Bei einigen meiner damaligen Patienten berichteten mir die Besitzer im Verlauf beispielsweise, dass ihre älteren Hunde aus ihrer Sicht wieder bewegungsfreudiger oder aktiver wirkten.

Solche Rückmeldungen haben mich motiviert, mich immer tiefer mit der TCVM auseinanderzusetzen.

Natürlich reagiert jedes Tier individuell und nicht jede Veränderung lässt sich eindeutig einer einzelnen therapeutischen Maßnahme zuordnen.

Mundpropaganda brachte die nächsten Patienten

Damals lief vieles noch ganz klassisch über Empfehlungen.

Hundehalter trafen sich beim Spaziergang und kamen miteinander ins Gespräch.

Dann hieß es beispielsweise:

„Mein Hund bekommt jetzt Akupunktur.“

Das war vor mehr als zwei Jahrzehnten für viele Menschen noch etwas ziemlich Außergewöhnliches.

Und so kamen nach und nach weitere Anfragen.

Zu dieser Zeit machte ich sehr viele Hausbesuche – und ich habe das geliebt.

Ich konnte den Hund in seiner gewohnten Umgebung erleben und behandeln. Viele Tiere waren zu Hause deutlich entspannter.

Und natürlich lernte ich irgendwann nicht nur die Hunde, sondern ganze Familien und Nachbarschaften kennen.

Teilweise hatte ich in Bremerhaven ganze Wohngebiete, in denen mehrere meiner Patienten lebten. Dann ging es von einem Haus zum nächsten.

Kaffee und manchmal auch Kuchen gehörten nicht selten dazu.

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Bei den Pferden wurde das Spektrum noch größer

Auch bei Pferden bekam ich zunehmend Anfragen.

Häufig ging es um Auffälligkeiten in der Bewegung oder Rittigkeit.

Ein Pferd wirkte verspannt, trat nicht mehr so gut unter oder ließ sich schlechter stellen. Gerade erfahrene Reiter merken häufig sehr früh, wenn sich ihr Pferd verändert.

Natürlich muss bei solchen Auffälligkeiten immer berücksichtigt werden, dass orthopädische, neurologische, zahnmedizinische oder andere Ursachen dahinterstecken können.

TCVM ersetzt eine notwendige tierärztliche Diagnostik nicht.

Aber gerade die Kombination unterschiedlicher Blickwinkel fand ich schon damals spannend.

Mit der Zeit kamen weitere Themen hinzu: Atemwegserkrankungen, Sommerekzem, Mauke, Hufrehe oder Stoffwechselprobleme.

Gerade bei komplexen oder akuten Erkrankungen ist eine tierärztliche Diagnostik für mich selbstverständlich. TCVM kann je nach individuellem Fall ergänzend in ein Gesamtkonzept eingebunden werden.

Ich konnte damals noch längst nicht alles

Das ist mir heute besonders wichtig zu sagen.

Wenn Du mich heute unterrichten siehst, könnte leicht der Eindruck entstehen, ich hätte schon immer genauso gearbeitet wie heute.

Natürlich nicht.

Ich kannte Akupunkturpunkte und Behandlungskonzepte und hatte bereits eine gute fachliche Grundlage.

Aber zum Beispiel an die chinesische Pulsdiagnostik habe ich mich anfangs noch nicht richtig herangetraut.

Eine Zunge anzuschauen und bestimmte Veränderungen einzuordnen, fiel mir deutlich leichter.

Und irgendwann sagte ich mir:

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Dieser Satz hat mich lange begleitet.

Denn ich hätte natürlich immer sagen können:

„Ich mache erst noch eine Fortbildung.“

Dann noch eine.

Und noch eine.

Aber irgendwann muss das Gelernte auch praktisch werden.

Meine Erfahrung wuchs mit jedem Patienten

Mit jeder Behandlung lernte ich dazu.

Ich bekam Rückmeldungen von Tierhaltern, beobachtete Veränderungen, hinterfragte meine Vorgehensweise und schaute mir schwierige Fälle besonders genau an.

Und genau daraus entstand mit der Zeit mehr Sicherheit.

Je mehr Fälle ich sah, desto mehr Fragen bekam ich allerdings auch.

Warum funktioniert ein Konzept bei einem Tier anders als bei einem anderen?

Welche Rolle spielt die Konstitution?

Was verraten mir Zunge und Puls?

Welche Zusammenhänge habe ich bisher vielleicht übersehen?

Dieser Wunsch, immer tiefer zu verstehen, führte dazu, dass ich mich über viele Jahre kontinuierlich fortgebildet habe.

Und genau das tue ich im Grunde bis heute.

Wissen entwickelt sich wie eine Leiter

Ich stelle mir therapeutische Entwicklung gerne wie eine Leiter vor.

Du stehst nicht sofort ganz oben.

Du beginnst auf einer Sprosse.

Du lernst die Grundlagen von Yin und Yang.

Dann Qi und Blut.

Die Funktionskreise.

Die Fünf Wandlungsphasen.

Meridiane und Akupunkturpunkte.

Zungendiagnostik.

Später vielleicht Pulsdiagnostik und komplexere Behandlungskonzepte.

Mit jeder Sprosse wird Dein Wissen differenzierter.

Was Dir am Anfang kompliziert vorkam, wird irgendwann selbstverständlich.

Das bedeutet aber nicht, dass Dein Wissen auf der ersten Sprosse wertlos war.

Im Gegenteil.

Ohne diese Sprosse würdest Du die nächste niemals erreichen.

Du musst nicht perfekt sein, um anzufangen

Genau das möchte ich auch meinen Schülern vermitteln.

Natürlich brauchst Du eine fundierte Ausbildung.

Du musst Deine Grenzen kennen.

Du solltest wissen, wann eine tierärztliche Abklärung notwendig ist.

Und Du musst verantwortungsvoll mit Deinen Patienten umgehen.

Aber Du musst nicht jedes Fachbuch auswendig kennen, bevor Du beginnen darfst, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Vielleicht brauchst Du für eine Anamnese am Anfang länger.

Vielleicht schlägst Du einen Akupunkturpunkt noch einmal nach.

Vielleicht denkst Du nach einem Termin noch zwei Stunden über den Fall nach.

Das ist vollkommen normal.

So entsteht Erfahrung.

Heute weiß ich: Ich konnte damals schon mehr, als ich dachte

Wenn ich heute auf meine Anfänge zurückblicke, ist genau das eine meiner wichtigsten Erkenntnisse.

Ich hatte damals das Gefühl, noch nicht genug zu wissen.

Aber meine Grundlage war gut.

Sonst hätte sich meine Praxis nicht entwickeln können.

Menschen hätten mich nicht weiterempfohlen.

Berufsreiter hätten mich nicht wiederholt in ihre Ställe geholt.

Und meine Arbeit wäre nicht über viele Jahre immer weitergewachsen.

Natürlich war mein Wissen damals noch nicht so tief wie heute.

Aber es war eine gute Basis.

Und darauf habe ich aufgebaut.

Vielleicht stehst Du gerade an genau diesem Punkt

Vielleicht möchtest Du selbst mit der Traditionellen Chinesischen Medizin für Tiere beginnen.

Vielleicht hast Du bereits eine Ausbildung und wünschst Dir mehr Sicherheit.

Oder Du arbeitest schon therapeutisch und möchtest Zusammenhänge noch besser verstehen.

Dann möchte ich Dir vor allem eines mitgeben:

Du musst heute noch nicht dort stehen, wo Du in zehn Jahren stehen möchtest.

Du musst nur den nächsten Schritt gehen.

Genau so habe ich es gemacht.

Ich habe angefangen.

Ich habe behandelt.

Ich habe gelernt.

Ich habe mich weitergebildet.

Und mit jedem Schritt wurde mein Wissen tiefer.

Was ich Dir aus 26 Jahren Erfahrung mitgeben möchte

Wenn ich meinem damaligen Ich heute etwas sagen könnte, wäre es wahrscheinlich:

„Vertrau Deiner guten Ausbildung ein bisschen mehr.“

Bleib neugierig.

Frag nach.

Schau genau hin.

Lerne weiter.

Aber warte nicht darauf, dass irgendwann der Tag kommt, an dem Du glaubst, alles zu wissen.

Dieser Tag wird nicht kommen.

Und das ist auch gut so.

Denn genau diese Neugier ist es, die uns therapeutisch weiterbringt.

Meine Geschichte im Video: So begann ich mit TCVM

Wenn Du noch ein bisschen persönlicher erfahren möchtest, wie meine ersten Schritte in die TCVM aussahen, erzähle ich Dir meine Geschichte auch in meinem YouTube-Video „So begann ich mit TCVM“.

Möchtest Du Deinen eigenen Weg in die TCVM beginnen?

Wenn Du eine fundierte Grundlage in der Traditionellen Chinesischen Medizin suchst, kannst Du Dir meine TCVM Große Fachausbildung für Pferde und Hunde anschauen.

Dort geht es nicht nur darum, einzelne Akupunkturpunkte auswendig zu lernen.

Du sollst Zusammenhänge verstehen, Muster erkennen und lernen, wie Du Dir Schritt für Schritt ein therapeutisches Konzept erarbeitest.

Und wenn Du bereits Erfahrung mitbringst und Dein Wissen weiter vertiefen möchtest, findest Du bei mir ebenfalls Möglichkeiten, die nächste Sprosse auf Deiner persönlichen Wissensleiter zu nehmen.

Du kannst Dir für meine Ausbildungen zunächst eine Probelektion anschauen und Dir selbst einen Eindruck davon verschaffen, wie ich unterrichte.

Denn vielleicht beginnt Dein Weg ganz ähnlich wie meiner damals:

Mit viel Wissen.

Mit etwas Unsicherheit.

Und mit dem Entschluss:

Jetzt fange ich an.

Mehr erfahren:

Tina Doxtader

Wissen, Gefühl und Herz bei der Behandlung von Tieren zu vereinen ist mein Anliegen und so gebe ich es auch weiter.
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